Home / Blog / Vom Kap der Guten Hoffnung in die weite Wildnis Namibias 2016Reise-Hotline: 02054/6025

Vom Kap der Guten Hoffnung in die weite Wildnis Namibias 2016

Windhoek

Rückflug nach Deutschland

Nach einem ausgiebigen Frühstück auf der großzügigen Terrasse der Lodge (wahrscheinlich die letzte Morgenmahlzeit im Freien in diesem Jahr) verlassen wir unser luxuriöses Domizil. Auf dem riesigen Freigelände der Gocheganas Lodge erspähen wir während der Fahrt zum Ausgang noch Warzenschweine, Affen und eine Giraffe - ein würdiger Abschied.

In Windhoek steht eine Besichtigung des Zentrums auf dem Programm. Wir lernen die Alte Christuskirche, den Tintenpalast und die Alte Feste aus der Nähe kennen, bevor wir uns am Craft Center und auf der Independence Avenue dem Shoppen widmen. Bei 34° Celsius kein leichtes Unterfangen, und schnell schwinden die Energien in den zahlreichen Geschäften, die zum Teil wirklich hochwertige Kunst anbieten.

Das namibische Nationalgetränk, der Rock Shandy, sorgt für willkommene Erfrischungen, bevor es am frühen Nachmittag zum internationalen Flughafen geht.

Die Hitze im Terminal ist durchaus mit den Außentemperaturen vergleichbar, so dass wir froh und schweißgebadet sind, als alle Koffer eingecheckt sind. Schnell noch durch die obligatorische Sicherheitskontrolle, und am Gate bleibt noch Zeit für einen Kaffee oder ein Bier. Pünktlich um 17:15 Uhr hebt die Maschine nach Johannesburg ab.

Wir landen planmäßig um 19:00 Uhr und sind bei 80 Minuten Übergangszeit guter Dinge, unseren Anschlussflug bequem zu erreichen. Erschwert wird dieses Vorhaben durch eine Art Notbesetzung, die Kontrollbereiche und Passkontrollen zu einem Nadelöhr werden lässt. Anschließend führt unser Weg an sämtlichen Einkaufsmöglichkeiten vorbei bis zum vorletzten Gate der Abflughalle. Obwohl in Johannesburg moderate Temperaturen von 25° Celsius herrschen, steigt unsere Betriebstemperatur kurzfristig enorm an. Letzten Endes schaffen es alle Teilnehmer, zum Abflug in der Maschine zu sitzen, die um 20:30 Uhr nach Deutschland abhebt.

Elf Stunden und einen angenehmen Flug weiter landen wir in Frankfurt. Nachdem wir uns voneinander verabschiedet haben, trennen sich die Wege in Richtung Bahnhof bzw. Abfluggate für den gebuchten innerdeutschen Anschlussflug.

Eine abwechslungsreiche, spannende und eindrucksvolle Reise liegt hinter uns. Es besteht eigentlich kein Zweifel, dass Afrika uns wiedersehen wird.

Bei Albatros Reisen wird schon an einer Fortsetzung gearbeitet…

Gocheganas Lodge

 

Pünktlich um 6:30 Uhr verlassen wir voller Abenteuerlust mit zwei Jeeps die Lodge, um auf dem riesigen Gelände auf Pirschfahrt zu gehen. Zahlreiche Mitbewohner zeigen sich zu dieser frühen Stunde. Es fängt mit einigen Gnus in der Ferne an, bevor wir eine Giraffe entdecken, die gerade ihr Frühstück einnimmt. Erhaben ragt ihr Kopf über eine Baumkrone, aus der sie sich die schmackhaftesten Bestandteile heraussucht.

Ein Wasserbock stellt sich geduldig den Fotografen; es folgen Antilopen, Strauße, Springböcke und Vertreter der verschiedensten Gattungen. Höhepunkt ist eine Tasse heißen Kaffees in Gesellschaft von sechs Nashörnern, die sich atemberaubend nah zu unseren Jeeps auf einer großen Wiese laben. Es fehlen nur die Nashornmutter mit ihrem heute acht Tage alten Baby.

Nach der Rückkehr zur Lodge plündern wir das reichhaltige Frühstücksbuffet und genießen es, bei angenehmen Temperaturen auf der Terrasse zu sitzen. Das wird in zwei Tagen so definitiv nicht mehr möglich sein…

Den Rest des Tages verbringen wir entspannt mit Aufenthalten am Pool, Massagen und am Kuchenbüffet sowie auf der Terrasse unserer bestens ausgestatteten Bungalows.

Nach dem letzten afrikanischen Sonnenuntergang unserer Reise gibt es im Restaurant der Lodge ein Drei-Gang-Menü, das wir uns als Farewell-Dinner schmecken lassen. Es werden hier und da schon wieder Reisepläne für Afrika geschmiedet.

Mariental

Pirschfahrt Gocheganas Lodge

Mit unvergesslichen Eindrücken im Gepäck verlassen wir morgens die gastfreundliche Le Mirage Desert Lodge bei bereits stetig steigenden Temperaturen. Der obligatorische Umweg führt uns über Maltahöhe und Mariental, wo wir uns in die Tiefen des namibischen Bankwesens stürzen, um die Bargeldbestände aufzufüllen. Erschwerend kommt hinzu, dass es zum Monatsende Lohn- und Pensionszahlungen gegeben hat, die ebenfalls abgehoben werden wollen. Da Pensionäre am Schalter stets Vorrang haben, zieht sich diese Transaktion dann doch etwas in die Länge.

Nach Erhalt der gewünschten Beträge zweigen wir nach Norden in Richtung Windhoek ab. Unser letzter Picknicklunch der Reise findet ganz unromantisch direkt an der gut befahrenen B1 statt. Ein Teilnehmer zerbricht sich am Highway sitzend den Kopf, ob denn die Lenkzeitüberschreitung bei den vorbeisausenden Brummis ein Thema sein könnte…

Am Nachmittag treffen wir an der Gocheganas Lodge ein. Auf dem recht weiten Weg vom Tor zur Lodge, die auf einem Gelände von 6000 Hektar liegt, erspähen wir unweit der Zufahrtsstraße zahlreiche Giraffen.

Beim Check In wird es hektisch, denn in einer halben Stunde startet die nachmittägliche Pirschfahrt. Um 17:00 Uhr brechen wir auf und werden für diesen spontanen Entschluss fürstlich belohnt: Neben zahlreichen Gnus, Springböcken und Straußen führt uns unser Guide Mattheus zu einer Nashornfamilie, deren Junges vor sieben Tagen das Licht der Welt erblickt hat. Wir können mit angehaltenem Atem kaum fassen, wie nah wir an diese Kolosse gelangen. Auch beim Sundowner mit Gin Tonic und diversen Knabbereien lassen sich die plump wirkenden Dickhäuter nicht von unserer Anwesenheit stören.

Das Abendessen fällt einmal mehr ausnehmend gut aus, und die österreichische Managerin Siggi beantwortet ausführlich unsere zahlreichen Fragen zum Leben und Arbeiten in Namibia. Schon bald suchen wir die bestens ausgestatteten Zimmer auf, denn morgen früh wartet schon der nächste Termin auf uns.

 

Sesriem

Ballonfahrt über die Namib-Wüste
Sesriem Canyon

Um 5:35 Uhr werden wir pünktlich am Hotel abgeholt und erreichen in fünfzehnminütiger Fahrt den Startpunkt für unser an diesem Morgen gebuchtes Abenteuer. Es warten schon zwei gut gefüllte Ballons auf uns. Schnell ist der Korb bestiegen, und unser Kapitän Eric heizt mit der Hilfe Laurents kräftig nach, so dass wir schon bald abheben.

Was dann folgt, ist schwer in Worte zu fassen. Wir steigen auf etwa 350 Meter Höhe und sehen im Osten die Sonne über der Namib-Wüste aufgehen. Eric erklärt seine Aktionen und die Faszination des Ballonfahrens, die wir in jeder Sekunde unserer einstündigen Fahrt spüren.

Der Blick aus der Vogelperspektive auf die rote Dünenlandschaft, ausgetrocknete Flussläufe und vereinzelte Tiere lässt uns über weite Strecken in Ehrfurcht erstarren. Die Landung ist ebenso außergewöhnlich wie das vorherige Flugerlebnis: Auf dem Trailer landet Eric den Ballonkorb punktgenau. Wir sind ziemlich sprachlos.

Schon sitzen wir in den Transferfahrzeugen, die uns zum Sektfrühstück unter stahlblauem Himmel bringen. Laut Eric handelt es sich um das größte Restaurant der Welt. Wenn wir den Blick so schweifen lassen, verstehen wir diesen Superlativ.

Traditionell werden die Sektflaschen mit der Machete geöffnet; anschließend stoßen wir auf dieses einmalige Erlebnis an. Das Frühstück bietet von allem etwas, grandioser Ausblick inklusive. Ein qualitativ absolut hochwertiges Erlebnis mit bester Organisation und hochmotivierten Mitarbeitern. Einfach toll!

Wir steigen um in den Expeditionstruck und fahren zum Umsteigeplatz im Nationalpark. Hier geht es mit Allradfahrzeugen immer tiefer in die Dünenlandschaft, bevor wir eine Wanderung zum „Death Valley“ des Parks unternehmen. Bei ungefähr 38° Celsius fällt dieser schweißtreibende Fußmarsch unterschiedlich lang aus. Willkommenen Schatten spenden nur einige Bäume, unter denen zahlreiche Besucher auf ihren Rücktransfer mit dem Jeep warten.

Düne 45 statten wir einen Besuch ab, stellen allerdings fest, dass es tatsächlich immer wärmer wird. Nach einigen Fotos und einem eingesammelten Geo-Cache geht es dann zum Parkausgang, wo wir bei inzwischen 45° Celsius einen kurzen Blick in den Sesriem-Canyon werfen.

Den Nachmittag verbringen wir entspannt im Hotel mit Poolbesuch und Massagen. Das Abendessen wird in fünf Gängen serviert, die allesamt ausgesprochen schmackhaft sind. Anschließend steht das beleuchtete Wasserloch hinter dem Hotel unter genauer Beobachtung, denn einige Zebras und Oryxe finden sich hier ein.

Ein einzigartiger Tag geht zu Ende.

Lüderitz

Kolmannskuppe
Wild Horses of Garub
Helmeringhausen
Sesriem

Vor dem Verlassen der Stadt Lüderitz statten wir dem Zentrum mit seinen bunten Häusern einen Besuch ab. Ein beschauliches Hafenstädtchen, das 1883 gegründet wurde und über eine fotogene Architektur um 1900 verfügt. Im örtlichen Supermarkt legen wir neue Wasservorräte an, denn es erwartet uns die heißeste Region unserer Reise.

Unweit von Lüderitz erreichen wir Kolmannskuppe, eine der verlassenen Geisterstädte, die ihre Blütezeit während des durch Diamantenfunde ausgelösten Booms erlebten. Hier hat man sich der Erhaltung der Gebäude verschrieben, was nicht ganz einfach ist, denn die Wüste verlangt zurück, was der Mensch ihr an Platz genommen hat. Dennoch steht ein ganzer Teil der ursprünglichen Siedlung zur Besichtigung offen. Das Patentrezept sind stets zu schließende Fenster und Türen, um dem Sand keine Chance zu geben, in die Gebäude einzudringen. Auch die für diese Minenstädte typische Kegelbahn, in diesem Fall aufwendig restauriert, darf natürlich nicht fehlen. In der Turnhalle des Ortes gibt eine interessante Ausstellung darüber Aufschluss, mit welch findigen Ideen die Minenarbeiter versucht haben, wertvolle Edelsteine vom Schürfgelände zu bringen.

Zwanzig Kilometer westlich von Aus liegt der Aussichtspunkt für die wilden Wüstenpferde von Garub. Die Zubringerstraße ist mörderisch, und als wir am Viewpoint eintreffen, ist die Wasserstelle verwaist. Geduld erweist sich hier einmal mehr als erfolgreiche Tugend, denn wenig später treffen einige Pferde am Wasserloch ein, um ihren bei etwa 40° Celsius ganz sicher großen Durst zu stillen.

Die Herkunft der namibischen Wildpferde konnte nie genau geklärt werden, stellt aber immer wieder einen Zusammenhang zu den bis 1915 stationierten Schutztruppen her. Heute gibt es etwa 160 Exemplare der Wildpferde, die sich den trockenen Böden und dem heißen Klima angepasst haben. Da es im südlichen Afrika ursprünglich keine Pferde gab, handelt es sich allerdings eher um verwilderte Pferde. Wie wir sehen können, teilen sie sich friedlich die Wasserstelle mit den anderen Bewohnern der Namib-Wüste.

In der privaten Ortschaft Helmeringhausen kehren wir zur Mittagspause im Biergarten ein. Insgesamt besteht die Siedlung aus acht Gebäuden mit elf permanenten Einwohnern. Da Helmeringhausen strategisch günstig am Schnittpunkt zweier Hauptverkehrsadern liegt, kommt dem Ort trotz der kleinen Größe eine gewisse Bedeutung in der Versorgung zu.

Durch die Tirasberge geht es weiter nach Sesriem, wo wir zuerst die Formalitäten für ein geplantes Erlebnis der außergewöhnlichen Art am folgenden Morgen zu erledigen haben. Der Papierkram ist schnell komplett, und wir treffen wenig später an der "Le Mirage Desert Lodge" ein. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um ein Kleinod mitten in der Namib-Wüste handelt. Die Zimmer sind sehr originell gestaltet und bieten wirkungsvollen Schutz vor der sengenden Hitze.

Das Abendessen besteht aus einem schmackhaften Fünf-Gang-Menü, in dessen Verlauf wir zwischen den Gängen immer wieder auf die Terrasse des Hauses gehen, um unter anderem Zebras an der erleuchteten Wasserstelle unter dem unglaublichen Sternenhimmel zu bestaunen.

Das ist Afrika!