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Mit dem Expeditionstruck auf den Spuren von David Livingstone

Ghaub Guest Farm

Mokuti Lodge

Eigentlich sollten es nur einige Aufnahmen der reizvollen Umgebung der Frans Indongo Lodge werden, bevor wir das Quartier nach dem Frühstück verlassen. Dann werden wir allerdings völlig unerwartet Zeugen eines unvergesslichen Naturschauspiels. Ein weiblicher Blessbock gebärt ein Junges und versucht es anschließend zum lebenswichtigen Aufstehen zu animieren.

Aus dem Nichts tauchen drei Schakale auf, die eine leichte Beute vermuten. Wie eine Furie verteidigt die Mutter ihr Junges, kann aber immer nur einen Angreifer abwehren. Staub wirbelt auf, und die ersten Teilnehmer verlassen die Terrasse, da sie dem für das Neugeborene offensichtlich fatalen Ausgang der Schakalattacken nicht länger zusehen können. Von links eilen die ersten Antilopen dem Muttertier zu Hilfe und wehren die hinterlistigen Angreifer ab. Immer größer wird der Verbund und nimmt das inzwischen stehende und noch etwas staksig laufende Jungtier in seine schützende Mitte.

Angesichts dieser wehrhaften Übermacht geben die Schakale auf und machen sich über die Nachgeburt her. Die Herde zieht weiter; das jüngste Mitglied ist nun schon sicher auf den Beinen und hat die Lebensgefahr durch den Zusammenhalt der Blessböcke sicher überstanden. Uns wird dieses grandiose Erlebnis in freier Wildbahn, das wir bislang nur aus Dokumentarfilmen kannten, für immer in Erinnerung bleiben.

Am späten Vormittag erreichen wir die Ghaub Guest Farm und steigen in drei Jeeps des Anwesens um. Der Betrieb in den Otavi-Bergen umfasst ein 12.000 Hektar großes Gelände, auf dem unter anderem auch Landwirtschaft betrieben wird.

In der Region, dem sogenannten Goldenen Dreieck, ist Maisanbau möglich, denn die Böden sind fruchtbar, und Wasser ist ausreichend vorhanden. Auf unserer Rundfahrt erspähen wir immer wieder Wild, wie zum Beispiel Warzenschweine, Antilopen und Kudus. In einer weiten Ebene halten sich fünf Nashörner auf, und im Hintergrund ist eine große Rinderherde erkennbar. Die Landschaft hat sich komplett gewandelt: Sie ist von einem satten Grün und dichten Wäldern geprägt.

Nach dem Mittagessen verlassen wir die Guest Farm und fahren über Tsumeb bis zum Eingang des Etosha Nationalparks, vor dessen Toren unsere Lodge für die nächsten beiden Nächte liegt. Sie wartet mit Pools, Fitnessraum und Spa sowie Tennismöglichkeiten auf. Am Abend gibt es neben einem gut sortierten Vor- und Nachspeisenbuffet frisch Gegrilltes, das bei ausgesprochen milden Temperaturen im Freien eingenommen werden kann.

Als etwas bis ausgesprochen lästig erweisen sich die mottenähnlichen Schmetterlinge, die zu Tausenden die Lodge heimsuchen. Das war in gewisser Hinsicht eine nicht beabsichtigte Punktlandung, denn die Lebensdauer dieser Plagegeister beträgt laut Auskunft des Personals der Lodge nur fünf Tage.

Otjiwarongo

Cheeta Conservation Fund
Frans Indongo Lodge

 

Nach dem Frühstück verlassen wir die Otjiwa Lodge und erreichen nach kurzer Fahrzeit den Ort Otjiwarongo. Hier können wir uns im bestens sortierten Supermarkt, der ein ausgesprochen breites Angebot bereithält, mit mehr oder weniger notwendigen Kleinigkeiten versorgen.

Einmal mehr verlassen wir den Asphalt und gelangen über eine unbefestigte Straße mittlerer Qualität zum Cheeta Conservation Center. Die Stiftung kümmert sich um die Aufzucht in Not geratener Geparde. Aktuell versorgt das hochmotivierte Personal 35 der weltweit schnellsten Landsäugetiere.

Den Auftakt unseres Besuchs bildet ein Videofilm, in dem die tägliche Arbeit in der Stiftung beschrieben wird. In der Hauptsache handelt es sich um Tiere, die ihre Mutter verloren haben. Die Gründe hierfür sind vielfältig, aber eines der Hauptprobleme stellt die Beziehung zwischen Farmern und Geparden her, da diese als permanente Gefahr für das Nutzvieh gesehen werden. Ignatius erklärt uns anschließend ausführlich die Zielsetzung des Cheeta Conservation Funds und schildert die täglichen Arbeitsabläufe. Er weiß alles über Geparden und beantwortet mit seinem fundierten Wissen bereitwillig alle Fragen.

Um 14:00 Uhr wohnen wir der Fütterung der Katzen bei, die sich gierig auf ihre Ration stürzen. Die Mahlzeit wird getrennt voneinander eingenommen, um Neidgefühle gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Am Nachmittag treffen wir auf der Frans Indongo Lodge ein. Es erwartet uns eine wunderschöne Anlage mit großzügig angelegten und hochwertig ausgestatteten Zimmern. Die Zeit reicht noch für das so genannte „Einlaufbier“, bevor es einmal mehr auf Pirschfahrt geht. Die Farmen scheinen täglich größer zu werden, denn die Lodge liegt inmitten eines 17.000 Hektar großen Anwesens. Es handelt sich vornehmlich um Dornbuschsavanne, so dass die Beobachtung der Tiere, wie zum Beispiel Weißschwanzgnu, Oryx, Kudu, Springbock und Weißrückengeier, überwiegend aus weiterer Entfernung erfolgt. Begleitet wird unsere Fahrt mitunter von leichtem Regen.

Das Abendessen im Restaurant der Lodge, die für ihre exzellente Küche bekannt ist, mundet vorzüglich. Es gibt sogar den aus dem Buch „Hummeldumm“ bekannten Rotwein „Allesverloren“, der ebenfalls bestens schmeckt. Das Küchenteam rundet den Abend mit afrikanischen Gesangs- und Tanzdarbietungen, mit denen sie ihre Gäste noch einmal herzlich willkommen heißen und die vor Lebensfreude strotzen, gelungen ab.

Windhoek

Okahandja
Otjiwa Lodge

Bevor wir die wunderschöne Lodge verlassen, erhalten wir noch einen bemerkenswerten Einblick in das afrikanische Abrechnungssystem, das wir im Ergebnis zwar nicht verstehen, aber auch selbst mit besten Absichten nicht ändern können.

Auf unserem Weg zum Ausgang der Lodge stehen noch einmal Giraffen, Antilopen und andere Bewohner Spalier. Über eine ziemlich holprige Strecke geht es zur asphaltierten B1, der wir nach Norden in Richtung Windhoek folgen.

In der etwa 500.000 Einwohner zählenden Stadt schauen wir uns die Christuskirche, den Tintenpalast und die alte Feste an. Anschließend fahren wir zum Crafts Market, der Handarbeiten unterschiedlichster Art bereithält. Es ist ziemlich warm, so dass wir gern die Weiterfahrt im klimatisierten Expeditionstruck antreten.

In Okahandja statten wir dem örtlichen Markt mit unzähligen Handarbeiten, überwiegend Schnitzkunst in allen Größen, einen Besuch ab. Hier stellen wir schnell fest, dass die Mehrzahl der von den Händlern intensiv beworbenen Kunstobjekte spielend unsere Freigepäckgrenze sprengen würde. Also begeben wir uns in das gegenüberliegende Cafe, um eine Mittagspause bei Kaffee, Kuchen und anderen kulinarischen Köstlichkeiten zu verbringen.

Kurz vor Otjiwarongo biegen wir links in die Otjiwa Lodge ab. Die älteste Wildfarm Namibias besitzt die unfassbare Größe von 12.000 Hektar und einen üppigen Tierreichtum. Der Check In funktioniert schnell und reibungslos, und alle Reisenden entschließen sich, an der Pirschfahrt über das weitläufige Gelände teilzunehmen.

Um 17:00 Uhr starten zwei Jeeps, mit denen wir das Anwesen näher kennenlernen. Der Tierreichtum ist beachtlich: Unzählige Gnus, Springböcke, Antilopen, Zebras und Giraffen sind nur einige Highlights unserer Exkursion. Ein echtes Erlebnis sind die insgesamt 10 Nashörner, die wir aus kürzester Entfernung mit der Kamera einfangen. Da die Landschaft und auch das Licht hier komplett anders ausfallen als auf Goche Ganas, ist diese Pirschfahrt einmal mehr eine besondere Reiseerfahrung, die kein Teilnehmer missen möchte.

Das Abendessen genießen wir im Freien bei milden 23°. Am nahgelegenen Wasserloch finden sich immer wieder Tiere ein.

Das ist Afrika!

Goche Ganas Lodge

 

Immerhin hat sich etwas mehr als die Hälfte der Reisegruppe dazu entschlossen, an der morgendlichen Pirschfahrt teilzunehmen. Das ist das Schöne bei Albatros Reisen: alles kann - nichts muss.

Um 06:30 Uhr brechen wir unter fachkundiger Leitung von John zur Exkursion auf und sollen nicht enttäuscht werden. Auch wenn wir heute keine Zebras sehen, alle anderen Bewohner auf dem riesigen Gelände der Lodge geben sich ihr Stelldichein: Gnus, Wasserbüffel, Springböcke und Strauße sind nur einige der begehrten Fotomotive zu dieser frühen Stunde. Begeisterung und eine berührende Nähe zur Natur löst eine Giraffenfamilie aus. Eine gerade einmal eine Woche alte Giraffe versucht den raumgreifenden Schritten ihrer Eltern zu folgen. Der beschützende Familieninstinkt des Elternpaars und das Urvertrauen des Neugeborenen treffen alle Safariteilnehmer mitten ins Herz.

Unseren Morgenkaffee nehmen wir in Gesellschaft von einer Nashornfamilie ein, die sich faul in der Morgensonne wärmt. Unterbrochen wir die Ruhezeit nur von den Attacken des Jungtiers auf seinen Vater, den es auf seine unbeschwerte Art zum Spielen animieren will.

In der Lodge erwartet uns ein üppiges Frühstück mit frisch zubereiteten Omeletts, das wir - am 3. Dezember - auf der sonnengefluteten Terrasse des Restaurants mit einer grandiosen Weitsicht einnehmen. Der Tag auf Goche Ganas steht zur freien Verfügung und wird mit Massagen, Poolbesuch und Spaziergängen zum nahegelegenen Wasserloch gestaltet.

Abends treffen wir uns zum gemeinsamen Dinner, das erneut allen Ansprüchen gerecht wird. Die lustige Runde löst sich erst spät auf, denn die Gesprächsthemen sind zahlreich und vielschichtig.

Das scheint ein interessanter Trip zu werden.

Anreise nach Windhoek

Goche Ganas Lodge

Von Frankfurt starten wir mit South African Airways mit 35 Minuten Verspätung zu einem entspannten Langstreckenflug, der nur gelegentlich von einigen Turbulenzen durchgeschüttelt wird. Service. Bordverpflegung und Sitzabstand sind durchweg in Ordnung, so dass sich die 10 Stunden und 30 Minuten an Bord angenehm gestalten.

Leider schafft es der Pilot nicht ganz, die aufgelaufene Verspätung zu egalisieren. Um 08:50 Uhr landen wir mit 20 Minuten Verspätung in Johannesburg. Die Wege am O.R. Tambo Airport erweisen sich als lang und zum Teil schwer ergründlich. Mit hängender Zunge erreichen wir den Anschlussflug nach Windhoek, der schon auf uns wartet. Als wir dann mit erhöhtem Puls im Flieger sitzen, stellt sich heraus, dass an Bord ein Gepäckstück ohne zugehörigen Passagier ist. Also: Koffer ausladen, bevor es losgehen kann. Sobald das erledigt ist, steht natürlich kein passender Slot zur Verfügung. Schließlich heben wir um 10:40 Uhr in Richtung Nordwesten ab. Um 12:35 Uhr landen wir in Windhoek, wo der internationale Flughafen vergleichsweise klein ausfällt.

Nach dem Passieren der Einreisekontrolle nehmen wir unser Gepäck in Empfang und werden am Ausgang bereits von unserem Reiseleiter Frank erwartet. Schnell noch Geld getauscht, schon geht es zu unserem Expeditionstruck, der entgegen erster Einschätzungen ausreichend Platz für die zahlreichen Koffer bietet.
Eine einstündige Fahrt bringt uns in den Süden von Windhoek zur Goche Ganas Lodge, einem echten Juwel inmitten eines 6.000 Hektar großen Grundstücks. Die Zimmer sind außergewöhnlich und bieten einen weiten Blick auf die Auas Berge.

Es bleibt noch Zeit, sich mit einer Dusche (zum Teil unter freiem Himmel angelegt) der Anreisestrapazen zu entledigen, bevor wir mit zwei Safari-Jeeps zur ersten Pirsch ablegen. Giraffen, Zebras, Eland Antilopen, Warzenschweine und diverse Vogelarten zählen zu den Bewohnern der Region. Den Abschluss bildet der erste afrikanische Sundowner unweit von drei Nashörnern. Trotz der langen Anreise (wir sind jetzt im Schnitt 35 Stunden auf den Beinen) sorgt die unmittelbare Begegnung mit der Natur und Tierwelt Namibias für zahlreiche Gänsehauterlebnisse.

Das ausgesprochen schmackhafte Abendessen wird als Menü serviert und lässt keine Wünsche offen. Nach dem Dinner sind alle Teilnehmer schnell verschwunden, denn die Aussicht auf eine entspannte Nachtruhe in den breiten Betten ist doch zu verlockend.

Ein langer Tag, aber wir fühlen uns angekommen.