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Cowboys & Indianer 2016

Ankunft in Frankfurt

Nach einem ruhigen und überpünktlichen Transatlantikflug landen wir um 08:25 Uhr in Frankfurt. Guter Dinge verlassen wir die Maschine und prüfen das Gate für den Weiterflug nach Düsseldorf. Entsetzt stellen wir fest, dass Lufthansa den gebuchten und bestätigten Anschlussflug annulliert hat.

Auf direktem Weg, der quasi einmal quer durch den riesigen Flughafen führt, werden wir am Ticketschalter der Airline vorstellig. Hier stellt sich heraus, dass der Flug ersatzlos gestrichen wurde. Eine Umbuchung, wie es für jede andere Fluggesellschaft normal wäre, hat man nicht vorgenommen. Die nächste Möglichkeit besteht für 16:00 Uhr. Da wir nicht mehr Zeit am Flughafen verbringen wollen als der Langstreckenflug gedauert hat, wählen wir die Bahnfahrt nach Düsseldorf.

Während des Umbuchungsvorgangs fällt in einem Nebensatz der Hinweis, dass - entgegen des Beförderungsvertrags - Lufthansa entschieden hat, die Koffer in Frankfurt auszuladen. Das Gepäck läuft in Terminal A vom Band, und nicht etwa da, wo die Ankunft, nämlich in Terminal B, erfolgte. Sofort macht sich ein Teil der Gruppe auf den Weg, um das Gepäck in Empfang zu nehmen. Leider zu spät; zwei Gepäckstücke bleiben unauffindbar. Das letzte Lebenszeichen stammt von 08:44 Uhr, als die Ausladung dieser zwei Gepäckstücke erfasst wurde.

Während die ersten Gäste daheim mit der Bahn eintreffen, stehen wir immer noch am Flughafen, um unser Eigentum zu finden. Wie sich herausstellt, ist der Gepäckbereich in Frankfurt für Jedermann und völlig unkontrolliert zugänglich. In den aktuellen Zeiten ein nicht akzeptabler Zustand, der sowohl Lufthansa als auch der Bundespolizei hinreichend bekannt ist. Die Koffer bleiben verschwunden. Trotz aller Bemühungen des Lufthansa-Personals entsteht der Eindruck, dass der Kunde das Einzige ist, was wirklich stört. Wir werden keinen Aufwand scheuen, diesen unerträglichen Missstand am Fraport unter die Lupe nehmen zu lassen.

Allen Teilnehmern, von denen wir uns in der unvorhersehbaren Hektik nicht mehr verabschieden konnten, danken wir für die Teilnahme. Sie haben einen facettenreichen und eindrucksvollen Teil des amerikanischen Nordwestens kennengelernt. Leben Sie sich gut wieder zu Hause ein und bleiben Sie gesund und reiselustig!

Fahrzeugrückgabe

Rückflug nach Deutschland

Nachdem das letzte Gepäck verstaut ist, brechen wir in Richtung Süden auf. Propan- und Benzintanks werden gefüllt, bevor die rollenden Ferienwohnungen bei Road Bear RV in Seattle abgegeben werden.

Die Station ist eine vorübergehende Lösung, da die geplante Örtlichkeit erst in etwa einem halben Jahr bezogen werden kann. Die fehlende Größe der Mietstation kompensiert das sehr freundliche Personal, allen voran Andreas, der trotz der zahlreichen Rückgaben und Übernahmen anlässlich des langen Wochenendes ausgesprochen professionell und völlig unaufgeregt den Überblick behält. Hut ab.

Mit diversen Taxen erfolgt der Transfer zum Flughafen. Hier wartet mit den Ticketautomaten eine Hürde auf uns, die allerdings mit Bravour genommen wird. Am Lufthansa-Schalter können wir direkt einchecken. Jetzt heißt es, einen Fernseher zu suchen, denn in einer halben Stunde trifft Deutschland auf Italien. Während des Boardings der Maschine ertönt nicht weit vom Gate ein deutscher Torschrei. Hat sich jemand einen Scherz erlaubt oder ist das real? Diese Ungewissheit ist schwer erträglich, aber den Flieger wollen wir ja auch nicht verpassen.

Kaum an Bord, wird das Unterhaltungsprogramm auf Herz und Nieren geprüft. Tatsächlich, es gibt im Live TV einen Kanal, der das Spiel überträgt. Ist ja bestens. Allerdings nur bis zum Spielstand von 3:3 im Elfmeterschießen. Das Letzte, was wir sehen, ist der verwandelte Strafstoß von Mats Hummels, dann startet der Flieger, womit die Livekanäle nicht mehr zu empfangen sind.

Wenn man seelische Grausamkeit definieren sollte, wäre das ein guter Ansatz. Dreißig Minuten, also eine halbe Ewigkeit später, verkündet der Pilot den 7:6-Sieg der deutschen Mannschaft. Nun entspannen wir und genießen den angenehmen Rückflug nach Frankfurt.

Boeing-Werke in Everett

Seattle
Koffer packen

Morgens fahren wir nach Everett, um an der Future of Flights-Tour durch die Boeing-Werke teilzunehmen. Die Vorausbuchung für die frühe Führung um 08:30 Uhr macht sich bezahlt, denn die Eingangshalle füllt sich zusehends.

Nach einem kurzen Informationsfilm geht es mit dem Bus zur Produktionshalle, die weltweit als das Bauwerk mit dem größten Rauminhalt gilt. Zunächst sehen wir, wo die „Königin der Lüfte“, die Boeing 747 entsteht. Pro Monat wird ein Jumbo fertiggestellt und ausgeliefert. Die einzelnen Fertigungsschritte lassen sich von der Besucherterrasse aus gut überblicken.

Der nächste Stopp wird in den Fertigungshallen für die Boeing 777 und 787 eingelegt. Hier fallen die Stückzahlen mit 8 bzw. 12 Exemplaren pro Monat aufgrund der starken Nachfrage schon deutlich höher aus.
Insgesamt beschäftigt Boeing in diesem Werk 35.000 Menschen; im Puget Sound arbeiten 56.000 Angestellte für das Unternehmen.

Im Besucherzentrum liegt die Aussichtsterrasse, von der aus sich die Flugbewegungen zu Testzwecken verfolgen lassen. Außerdem bietet eine kleine Ausstellung Detailinformationen rund um Bauart und Ausstattung der Boeing-Produkte. Natürlich darf ein Gift-Shop nicht fehlen.

Mittags zieht es einige Teilnehmer in die Innenstadt Seattles, wo Waterfront, Pike Place, Farmers Market und das Hard Rock Cafe auf dem Programm stehen.

Am Abend muss noch das Gepäck für den morgigen Heimflug vorbereitet werden. Anschließend werden die letzten Getränkevorräte in einer konzertierten Aktion vernichtet.

Olympic National Park 

Fähre über den Puget Sound
Bothell

Unser erster Ausflug führt zum Hoh Rain Forest im Oympic National Park. An manchen Stellen sind die Brücken über die zahlreichen Creeks nicht breit genug, so dass wir kurzfristig einen Außenspiegel ersetzen müssen. Fortan ist das betreffende Fahrzeug mit dem farbenfrohen Ersatz schon aus der Ferne gut erkennbar. Hauptsache, die Sicht nach hinten ist gewährleistet.

Ein Rundweg durch die Hall of Mosses bringt uns in den Zauberwald des Parks, wo Flechten und Moose auf den gigantischen Bäumen leben und sich von Luft und Feuchtigkeit ernähren. Was nach ewigen Zeiten umfällt, bleibt liegen und bietet neuen Lebensraum für nachrückende Pflanzen.

Wir umrunden den Olympic Park von Süd nach Nord und gewinnen auf der kurvigen Hurricane Ridge Road schnell an Höhe. Am Endpunkt bietet sich ein weiter Blick auf die zahlreichen schneebedeckten Gipfel des Nationalparks. Drei fotogene Rehe lassen sich in aller Ruhe ablichten.

Wir erreichen in Kingston die Ostküste der Olympic Peninsula und setzen mit der Fähre nach Edmonds über. Das Timing stimmt perfekt, denn als die letzten Wohnmobile gerade auf der Fähre stehen, legt diese ab.

Von Edmonds ist es nur ein kurzer Weg zum Campground, der angesichts des deutlich stärkeren Verkehrs dennoch einige Zeit in Anspruch nimmt. Unsere Stellplätze verfügen alle über Seeblick; der Platz ist in einem ausgezeichneten Zustand.

Mount Rainier National Park

Lake Quinault
Olympic National Park

Der Plan war so: Zweiter Teil des Mount Rainier National Parks, Picknick am Lake Quinault und anschließend Strandgenuss an der Küste Washingtons.

Es kam dann anders: Bis zum Picknick am Lake Quinault schafften es immerhin zwei Teilnehmer; der Rest hat sich im Nirwana Washingtons verloren und buchstäblich in alle Himmelsrichtungen verteilt.

So schön der erste bedeckte Tag seit langer Zeit anfing, so wenig gingen die Pläne auf. Das Picknick mit großem Restekochen fiel mangels Teilnahme aus, und die letzten Teilnehmer trafen dann ob der doch deutlich längeren Fahrtstrecke etwas entnervt am wunderschön gelegenen Campground im Olympic National Park ein.

Wenigstens konnte ein ausgedehnter Strandspaziergang teilweise entschädigen.