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Westkanada & olympische Halbinsel 2017

Yoho National Park mit:

  • Wapta Falls
  • Natural Bridge
  • Emerald Lake
  • Spiral Tunnels

Lake Louise
Moraine Lake
Banff

Dass der frühe Vogel den Wurm fängt, bewahrheitet sich heute einmal mehr. Auf unserer Morgenwanderung zu den Wapta Falls folgen wir dem Trail am Südufer des Kicking Horse Rivers und sind alleine unterwegs. Ziel sind die eindrucksvollen Wasserfälle, die natürlich bei dem herrlichen Sonnenschein mindestens nochmal so schön sind. Die ersten Wanderer begegnen uns auf dem Rückweg; bei unserer Abfahrt füllt sich der Parkplatz zusehends.

Durch massives Gestein haben sich die Wassermassen des Kicking Horse Rivers gefressen und die Natural Bridge geformt. Heute zwängen sich enorme Mengen durch die enge Stelle, denn auch dieser Fluss hat Hochwasser. Die Umgebung ist atemberaubend, wie überhaupt der gesamte Yoho National Park.
Diesen Eindruck unterstreicht der wunderschön gelegene Emerald Lake mit angeschlossener Lodge am See. Das schöne Wetter treibt zahlreiche Kanufahrer auf das Wasser.

An den Spiral Tunnels, einem Meisterwerk im kanadischen Eisenbahnbau, legen wir den nächsten Stopp - teilweise mit Zugbegleitung, teilweise ohne - ein, bevor es weiter zum Lake Louise geht.

Der See zählt von jeher zu den Hauptattraktionen der kanadischen Rockies, aber heute ist es hier derart voll, dass Parkplätze Mangelware sind. Bleibt nur der Shuttle-Service, der vom Ort aus angeboten wird. Die Mühe zahlt sich aus, denn der See und das Fairmont Hotel Chateau Lake Louise lohnen natürlich einen Besuch.
Im Anschluss besichtigen wir den ähnlich stark besuchten Moraine Lake vor dem Tal der zehn Gipfel.
Auf der Fahrt zum Campground stehen noch verschiedene Fotostopps und der Besuch des Touristenörtchens Banff an.

Beim abendlichen Treffen wird der morgige Tag detailliert vorgestellt. Es zeichnet sich ab, dass auch dieser prall gefüllt mit sehenswerten Stopps und erlebnisreichen Aktivitäten sein wird. Der Abend fällt kurz aus, denn angesichts der großen Gästescharen im Park sind doch alle ziemlich geschafft…

Craigellachie

Revelstoke Dam
Mount Revelstoke National Park
Rogers Pass Discover Centre im Glacier National Park
Golden

Da wir von der Natur unserer geplanten Strecke beraubt wurden, müssen wir einen längeren Umweg in Kauf nehmen. Die durchaus sehenswerte Strecke führt über Vernon zum Shuswap Lake, der mit insgesamt 1.600 Kilometern Uferlänge ebenfalls bestens gefüllt ist.

Über Sicamous, die Hausboothauptstadt Kanadas, erreichen wir Craigellachie am Trans Canada Highway. Hier wurde am 07.11.1885 mit dem letzten Nagel der transkontinentale Schienenstrang von Ost nach West fertiggestellt. Ein Monument mit typischen Gesteinsarten aus allen kanadischen Provinzen und Territorien markiert die historische Stelle.

Den Revelstoke Dam begutachten wir auf einer Tour intensiv. Die fünf Turbinen laufen auf Hochtouren, da der Stausee bis zum Anschlag gefüllt ist. Den Überlauf will man noch nicht aktivieren, weil eine Minute Überlaufnutzung für die Betreiberfirma BC Hydro einen finanziellen Verlust von 500.000 kanadischen Dollar bedeutet.

Dem ersten Nationalpark der Rundreise statten wir anschließend einen Besuch ab. Der Meadows-in-the-Sky-Parkway ist bis Kilometer 12 geöffnet. Die serpentinenreiche Straße steigt auf eine Höhe von 1.100 Metern und gibt an verschiedenen Aussichtspunkten einen weiten Blick auf den Ort Revelstoke, die Monashee Mountains und den Snow Forest frei.

Im Glacier National Park finden sich im Rogers Pass Discover Centre zahlreiche Informationen zu Größe, Beschaffenheit und Tierwelt der Region. Verschiedene Videofilme zeigen den jährlich wiederkehrenden Kampf gegen die Schneemassen sowie das richtige Verhalten bei Begegnungen mit einem Bären.

Auf der Weiterfahrt verlieren wir eine Stunde Zeit, denn wir wechseln von der Pacific in die Mountain Standard Time. Wir erreichen unser Ausweichquartier in Golden. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Reisegruppe für den entspannten Umgang mit der notwendig gewordenen Änderung.
Das erste Lagerfeuer wird in Gang gesetzt und sorgt für einen stimmungsvollen Ausklang des Reisetages.

Bear Creek Provincial Park

Westufer des Okangan Lakes
O’Keefe Ranch
Vernon
Mabel Lake Provincial Park

Wir entscheiden uns für die mittelschwere von insgesamt drei Wanderungen im Park und erkunden den Bear Creek. Zunächst geht es auf dem gut angelegten Weg steil bergan; zu dieser frühen Stunde eine echte Herausforderung. Oben angekommen, bietet sich ein herrlicher Blick auf den See und die am Ostufer gelegene Stadt Kelowna. Wenig später erreichen wir den Canyon, den der Bear Creek im Laufe der Zeit geschaffen hat.

Aus dem Bach hat sich angesichts der Schmelzwassermengen inzwischen ein kleiner Fluss entwickelt, der sich gurgelnd und sprudelnd durch die Schlucht zwängt und dabei mitreißt, was sich ihm in den Weg stellt. Nach einer knappen Stunde kehren wir zum Campground zurück.

In Richtung Norden bereisen die meisten von uns das wenig frequentierte Westufer des Okanagan Lakes. Die Straße windet sich hoch über dem See immer am Ufer entlang; die zahlreichen Kurven lassen kein schnelles Reisen zu, wofür die phantastischen Ausblicke allerdings reichlich entschädigen.

Auf der O’Keefe Ranch wird zunächst das angeschlossene Restaurant, der Cattlemen‘s Club, getestet und für gut befunden. Anschließend gibt eine Tour durch das Haupthaus des Anwesens Einblick in das Leben und den Wohlstand der O’Keefe-Familie. Die Ranch wurde 1867 gegründet und ist damit exakt so alt wie das Land Kanada, das in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiert. Die Besichtigung der Außenanlagen fällt leider buchstäblich ins Wasser.

In Vernon werden noch die Vorräte aufgefrischt, bevor uns die Reise weiter in Richtung Osten in das Coldstream Valley führt. Auf dem Weg zu unserem Übernachtungsplatz am Mabel Lake erkennen wir schnell, dass auch hier das Hochwasser extrem ausfällt. Alle Weideflächen links der Straße stehen komplett unter Wasser. Dementsprechend müssen wir auch heute auf Sandstrand verzichten. Da es aber ohnehin immer wieder zwischendurch anfängt zu regnen, ist das eine zu verkraftende Einschränkung.

Wie vom überaus hilfsbereiten Parkpersonal zu erfahren ist, fiel die für morgen früh geplante Strecke in zahlreichen Abschnitten dem Hochwasser zum Opfer. Also wird beim heutigen Treffen die Änderung ausführlich besprochen, damit morgen früh alle entspannt in den Tag starten können.

Wanderung um den Lightning Lake

Cascade Lookout
Bromley Rock Provincial Park
Okanagan Lake
Bear Creek Provincial Park

Nachdem alle Teilnehmer den Treffpunkt zur Morgenwanderung gefunden haben, brechen wir zur Umrundung des Lightning Lakes im Manning Provincial Park auf. Der See macht seinem Namen alle Ehre, denn seine gezackte Form offenbart immer neue Biegungen des Trails, der durch dichten Wald führt. An der Rainbow Bridge trennt sich die Gruppe, denn einige Wanderer bevorzugen die kürzere Strecke. Nach 2 ½ Stunden und knapp 10 Kilometern finden sich auch die konditionsstärkeren Teilnehmer wieder am Ausgangspunkt der Tour ein.

Schon bald geht es weiter auf 1.600 Höhenmeter zum Cascade Lookout, von wo an klaren Tagen ein Blick bis in die benachbarten Vereinigten Staaten von Amerika möglich ist. Heute ist die Sicht eingeschränkt, denn die Sonne hat es noch nicht geschafft, die letzten Wolken zu vertreiben. Dennoch ist allein die Fahrt auf den Aussichtspunkt mit ihren zahlreichen Serpentinen schon ein Erlebnis. Im Tal liegen das Manning Park Resort und ein Stück dahinter der soeben umrundete Lightning Lake.

Durch den Ostausgang verlassen den Manning Provincial Park und machen Bekanntschaft mit zwei kanadischen Großbaustellen und der damit verbundenen Wartezeit.

Die Mittagspause verbringen wir im Bromley Rock Provincial Park am inzwischen reißenden Similkameen River, der auffällig viel Wasser führt und bereits deutlich über die Ufer getreten ist.

Der Okanagan Lake hat gleichermaßen ordentlich zugelegt; der derzeitige Wasserstand liegt bei 343,11 Metern und wird für die kommende Woche um weitere 10 Zentimeter höher angegeben. Sandsäcke sind in der Feuerwache erhältlich… Bizarr muten die sonst eher einladenden Bänke am Ufer des Sees an. Diese sind bereits komplett vom Wasser umgeben und liegen etwa 10 Meter von der aktuellen Uferlinie entfernt. Wie uns Ortsansässige mitteilen, können sie sich an eine vergleichbare Situation nicht erinnern.

Dem Hochwasser fällt auch unser nächster Programmpunkt zum Opfer: Die Besichtigung der sonst vergleichsweise kleinen Hardy Falls kann aus Sicherheitsgründen nicht durchgeführt werden, da die Wassermassen Wege und Brücken zu den Fällen unpassierbar machen.

Also setzen wir die Reise zu unserem Campground, übrigens auch in direkter Seelage, fort. Hier bestehen keine Einschränkungen, sieht man einmal davon ab, dass 400 Meter Sandstrand vorübergehend verschwunden sind. Ein abendlicher Rundgang über den Platz festigt die Erkenntnis, dass es nirgendwo möglich ist, trockenen Fußes an den Okanagan Lake zu gelangen.

Frühstück im Tomahawk Restaurant

Fraser Canyon mit Hell’s Gate Airtram
Hope
Othello Tunnels
Manning Provincial Park

Einige Teilnehmer haben sich zu einem Frühstück im Tomahawk Restaurant unweit des Campgrounds entschieden. Der indianische Familienbetrieb besteht seit 1926 und verwöhnt seine Gäste vom Frühstück bis zum Abendessen mit guter Küche und üppigen Portionen. Einen besonderen Ruf genießt der Yukon Bacon, der natürlich auch heute nicht fehlt. Der Gastraum ist mit indianischer Kunst dekoriert, die allerdings nicht fotografiert werden darf.

Nach dem Frühstück führt die Reise erst nach Osten und dann in nördlicher Richtung durch den südlichen Fraser Canyon. In Boston Bar statten wir Hell’s Gate einen Besuch ab und fahren mit der Seilbahn zum gegenüberliegenden Flussufer. Das Flussbett des mächtigen Stroms ist an dieser Stelle durch einen beim Bau der Eisenbahn verursachten Erdrutsch nur 34 Meter breit. Bei einer Tiefe von mehr als 50 Metern schießen pro Minute etwa 908 Millionen Liter Wasser durch das Nadelöhr.

Da die Lachse bei einer derartigen Strömung keine Chance haben, flussaufwärts in ihre Laichgründe zu gelangen, wurden Fischtreppen angelegt, die an der gewaltigen Strömung vorbeiführen. So konnten die Bestände wiederhergestellt und stabilisiert werden. Ein Rundgang führt durch ein Museum und verschiedene Gift Shops. Unter anderem gibt es auch eine kleine Fudgefabrik, wo das zuckersüße Produkt in verschiedenen Geschmacksrichtungen erworben werden kann.

Wenig später erreichen wir Hope, wo die Vorräte in Supermarkt und Liquor Store aufgefrischt werden.
Der Coquihalla Canyon mit den Othello Quintette Tunnels auf einer der teuersten Eisenbahnstrecken des Landes (Durchschnittskosten pro Meile $ 136.000) findet auf dieser Tour keinen großen Anklang, was wahrscheinlich dem unbeständigen Wetter zuzuschreiben ist.

Bei der Einfahrt in den Manning Provincial Park nimmt der Regen zu; der Campground liegt dennoch im Trockenen direkt am Similkameen River, der auffällig viel Wasser führt. Später am Abend erreicht uns der Regen dann doch. Bleibt zu hoffen, dass die Wetterlage morgen besser ausfällt, denn wir sind von den ersten Rundreisetagen schon etwas verwöhnt…