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Westkanada & olympische Halbinsel 2017

Ganztägige Bootstour auf Clearwater & Azure Lake

 

Heute ruht das Wohnmobil, denn es steht eine ganztägige Bootstour auf dem Plan. Passend zu dieser attraktiven Exkursion gibt es um 09:30 Uhr einen Donnerschlag und starker Regen setzt ein, der allerdings 30 Minuten später aufhört. Wir lassen uns nicht beeindrucken; schließlich ist das stark motorisierte Jetboat überdacht.

Auf unserem Weg über Clearwater und Azure Lake sind während der knapp 50 Kilometer langen Fahrt immerhin auch einige Flecken blauen Himmels zu erkennen, und es bleibt trocken. Besonderer Gast an Bord ist Carlos, eine 3 Jahre alte und nach einem Bandscheibenvorfall frisch operierte französische Bulldogge, die sich auf der Tagestour der großen Zuneigung aller Teilnehmer erfreut.

Am Rainbow Falls Campground angekommen, unternehmen wir zunächst eine Wanderung zu den gleichnamigen Wasserfällen. Am Aussichtspunkt ist die Gischt so stark, dass die Kameras nicht so recht zum Einsatz kommen können.

Als wir von den Rainbow Falls zum Camp zurückkehren, hat unser Guide Ray schon das Mittagessen vorbereitet. Bei Räucherforelle und selbst gebauten Sandwiches mit allem Drum und Dran lassen wir es uns so richtig schmecken. Die Picknicktische stehen gut geschützt unter einer Markise, so dass uns auch zwischenzeitlich einsetzender Regen nichts anhaben kann.

Nach dem Mittagessen müssen natürlich die Kalorien abgearbeitet werden. Das machen wir heute ganz kanadisch: 5 Kanus stehen zur Verfügung. Entspannte Aktivität sieht zugegebenermaßen zum Teil anders aus, aber letzten Endes sind alle von dieser zum größten Teil neuen Erfahrung begeistert.
Nachdem noch eine massive Picknickbank mit vereinten Kräften vom Boot abgeladen wurde, treten wir die Rückfahrt an und erreichen am frühen Abend unseren Campground. Unterwegs erspähen wir noch Fisch- und Weißkopfadler, die in den Baumwipfeln thronen.

Einstimmiges Fazit: Ein toller Ausflug in die Wildnis des Wells Gray Provincial Parks.

Mount Robson Provincial Park

Rearguard Falls
Robert W. Starratt Wildlife Sanctuary
Clearwater
Wells Gray Provincial Park
Green Mountain View Point
Helmcken Falls
Clearwater Lake

Die Teilnehmerzahl zur Morgenwanderung lässt im ersten Moment auf organisierten Streik schließen, aber bei genauerer Betrachtung verhält es sich wohl eher so, dass sich die verlockende Aussicht auf eine spätere Abfahrt vom Campground gegen die Schönheiten der Natur durchsetzt.

Nun denn, die Rearguard Falls sind dennoch lohnenswert. Die natürliche Grenze der Lachswanderung am Fraser River erreichen wir nach einer kurzen Wanderung. Hier ist das Wasser des Flusses, der im Mount Robson Park entspringt und bei Vancouver mit einem riesigen und schlammbraunen Delta in den Pazifik mündet, noch kristallklar.

Der nächste Stopp liegt in Valemount, wo ein Spaziergang durch eines der größten Vogelschutzgebiete im Westen Kanadas führt. Warum es sich um ideale Voraussetzungen für die gefiederten Wesen handelt, stellen wir spätestens anhand des bis dahin unvergleichlichen Moskitoreichtums in dieser Marschlandschaft fest.
In Clearwater werden Supermarkt und Liquor Store angesteuert, denn es geht für zwei Tage in die unberührte Wildnis des Wells Gray Provincial Parks. Erster Anlaufpunkt ist der 1.017 Meter hohe Green Mountain mit beschwerlicher Anfahrt und einem Blick in die 552.000 Hektar große Wildnis. Der Ausblick wäre in der Tat besser, wenn entweder der installierte Hochsitz erhöht oder die umliegende Vegetation um etwa 2 Meter gestutzt würde.

Nach erfolgreichem Abstieg mit dem Motorhome steht die Wanderung am Südufer des Murtle Rivers auf dem Programm. Ziel sind die Helmcken Falls, die sich 137 Meter in die Tiefe stürzen. Die Tour führt durch den Urwald des Parks über angenehm zu laufenden Waldboden. Was wirklich stört und nachhaltig nervt, sind die sehr anhänglichen Moskitos. Es hat den Anschein, als wenn für jede erschlagene Mücke 100 weitere nachrücken. Dennoch lohnt sich der Weg, denn das überall vorhandene Hochwasser, das auch für die stark gestiegene Zahl der Moskitos verantwortlich zeichnet, lässt den Murtle River an den Helmcken Falls im weiten Bogen über die Abbruchkante schießen. Im Tal bilden sich dabei zwei Regenbögen.

Unser Campground liegt fast am Ende der unbefestigten Parkstraße direkt am Clearwater Lake. Überflüssig zu erwähnen, dass sich die Insekten hier mindestens ebenso wohl fühlen wie die Besucher des Parks. Entsprechend gestrafft fällt das abendliche Treffen aus. Von den blutrünstigen Ungeheuern lassen wir uns aber selbstverständlich und erwartungsgemäß nicht die Lust am Lagerfeuer nehmen.

Maligne Canyon

Jasper
Mount Robson Provincial Park
Kinney Lake

Die Wanderlustigen und -willigen treffen sich zur Morgentour am Maligne Canyon. Über die mit 51 Metern tiefste Stelle des Canyons steigen wir in den hinabführenden Trail ein. Tief im Canyon rauscht und gurgelt der Maligne River, der die Schlucht mit seinen schnell fließenden Wassermassen geschaffen und modelliert hat.

Als wir auf Flusshöhe stehen, treten wir nach einem kurzen Aufenthalt den steilen Aufstieg an. Am Teehaus gönnen wir uns neben einem guten Kaffee ein zweites Frühstück. Die beiden Saisonkräfte stammen aus Leipzig, freuen sich eine Gruppe deutscher Gäste zu bewirten und geben sich alle Mühe, uns einen schönen Aufenthalt im Teehaus zu bereiten. Im angeschlossenen Gift Shop gibt es erlesene, wenn auch nicht ganz preiswerte Souvenirs.

Im Ferienort Jasper werden die Fahrzeuge aufgetankt; anschließend steht ein Bummel durch das Zentrum auf dem Programm.

Gegen Mittag erreichen wir den Mount Robson Provincial Park und damit die Grenze zwischen Alberta und British Columbia. Besonders erfreulich ist hier die Tatsache, dass wir unsere vor vier Tagen verlorene Stunde zurückerhalten, da wir erneut die Zeitzone, diesmal in umgekehrter Richtung, wechseln.

Der 3.954 Meter hohe Mount Robson ist heute in seiner ganzen Schönheit zu erkennen, denn keine Wolke hat sich vor den König der kanadischen Rockies geschoben.

Eine Wanderung führt nachmittags zum Kinney Lake, einem Gletschersee unterhalb des Mount Robson. Das Ziel ist aufgrund seiner intensiven Farbgebung durchaus sehenswert, das Wasser allerdings mit etwa 4° Celsius sehr kalt.

Am Abend findet dann das bereits seit zwei Tagen angekündigte Lagerfeuer statt, worüber sich auch die ortsansässigen Moskitos sehr freuen. Neben Muskol und anderen kanadischen Mitteln, die eine effektive Abwehr versprechen, finden auch eigens entwickelte Vermummungstechniken Anwendung. Die lustige Runde diskutiert interessante Themen. So stellt sich unter anderem die Frage, warum oder nicht es sinnvoll sein kann, 80 Rollen einlagiges Toilettenpapier an Bord zu haben. Darüber hinaus erhalten wir wertvolle Hinweise zu Einsatz- und Verarbeitungsmöglichkeiten von Polyurethan, das bis dahin zugegebenermaßen weitestgehend bis gänzlich unbekannt war.

Icefields Parkway - Teil 2

Jasper National Park mit:

  • Columbia Icefield Discovery Centre
  • Fahrt auf den Athabasca Gletscher
  • Glacier Skywalk
  • Sunwapta Falls
  • Athabasca Falls
  • Maligne Canyon Road
  • Bootstour zur Spirit Island

Unsere Hoffnungen haben sich erfüllt: Pünktlich zur morgendlichen Abfahrt stoppt der Regen. So haben wir das am liebsten. Als wir auf den Icefields Parkway zurückkehren, erwartet uns ein beeindruckendes Naturschauspiel aus tiefhängenden Wolken, blauem Himmel und strahlender Morgensonne. Ein bizarrer Anblick.

Wenig später zeigt sich der erste Bär unmittelbar am Highway. Der arme Kerl kommt nicht die steile Felswand hoch, so dass er ein ganz kleines Stück des Weges mit uns teilen muss. Das nutzen wir mit dem Fotoapparat natürlich schamlos aus.

Je weiter wir in Richtung Norden vordringen, desto besser wird das Wetter. Das Columbia Icefield hat reichlich Sonne, und der Athabasca-Gletscher liegt exponiert im Morgenlicht. Quasi eine Punktlandung. Wir sind auf der ersten Tour des Tages gebucht und werden um 09:00 Uhr zunächst mit dem Shuttle-Service zur Umsteigestation, wo gigantische Ungetüme auf uns warten.

Nach dem Umstieg in die eigens für den Gletscherbetrieb gebaute Snowcoach (insgesamt stehen hier oben 22 zur Verfügung) fahren wir über ein 32%iges Gefälle auf das Eis. Am Wendepunkt stehen wir auf 250 Meter dickem Eis und haben 20 Minuten Zeit, die nähere Umgebung zu erkunden. Einladend stehen zwei rote Stühle für Fotos bereit. Das nutzen wir umgehend - vom Honeymooner bis zum Goldhochzeitsanwärter lassen sich alle abbilden.

Im Anschluss an die Gletschertour werden wir zum Skywalk gefahren. Bei der jüngsten Attraktion der kanadischen Rocky Mountains erfährt man zahlreiche Details zum Gebirgszug sowie über den Bau des Besuchermagneten. Den Höhepunkt bildet der Gang über den Glasbogen, der in 280 Metern Höhe über einem Tal der Rocky Mountains angebracht ist. Ein Shuttlebus bringt uns zurück zum Icefield Discovery Centre.

Die Sunwapta und Athabasca Falls sind willkommene Unterbrechungen auf der Tour zu unserem nächsten Termin am Maligne Lake. Unterwegs legt sich die heimische Tierwelt mächtig ins Zeug: Elch, Weißkopfadler, weitere Bären (einmal sogar mit zwei Jungen) und Rotwild zählen zur Ausbeute auf dem vergleichsweise kurzen Stück der Gesamtstrecke.

Am Maligne Lake legt um 16:00 Uhr das Boot zur legendären Spirit Island ab. Vor gigantischer Kulisse präsentiert sich das sagenumwobene Eiland; die Auslöser der Kameras klicken an diesem herrlichen Tag unzählige Male.

Unser Campground liegt mitten in der wunderschönen Natur des Jasper National Parks. Heute passt zwar die Wetterlage, aber das Lagerfeuer wird noch einmal um einen Tag verschoben, da das zu spät wird…

Banff National Park mit:

  • Sulphur Mountain
  • Bow Valley Parkway
  • Johnston Canyon
  • Icefields Parkway - Teil 1
  • Bow Lake
  • Peyto Lake

Thompson Creek

Das Banff Springs Hotel müssen wir uns heute von oben anschauen, denn der Tunnel Mountain Drive, der direkt am Aussichtspunkt vorbeiführt, ist ohne Vorankündigung gesperrt.

Dementsprechend treffen wir sehr früh am Sulphur Mountain ein. Parkplätze sind um diese Uhrzeit noch kein Problem, und wir sitzen in den ersten beiden Gondeln, die an diesem Tag Gäste zur Bergstation befördern. Nach acht Minuten Fahrzeit steigen wir auf 2.281 Metern Höhe aus und sind begeistert von dem weiten Rundumblick, der die Schönheit der Rocky Mountains offenbart. Im Tal ist der Ort Banff zu erkennen; die gepflegten Greens des Banff Springs Hotels schmiegen sich an das Nordufer des Bow Rivers.

Ein großzügig und komfortabel angelegter Wanderweg führt zu einer ehemaligen Ranger Station, von wo aus sich ein spektakulärer Blick nach Norden in die schier endlos wirkende Bergwelt mit ihren schnee- und gletscherbedeckten Gipfeln bietet. Ein echtes Erlebnis ist der Besuch der im September 2016 eröffneten Bergstation, die von der Firma Brewster mit viel Aufwand komplett erneuert wurde.

Eine informative Ausstellung liefert zahlreiche Details zu den Rockies von der Geschichte bis hin zur artenreichen Tierwelt. Alle Exponate und Videofilme sind absolut hochwertig gemacht. Allein dafür lohnt sich die Auffahrt schon.

Am Johnston Canyon stellen wir fest, dass dieser ein beliebtes Ziel für Sonntagsausflügler aus der näheren Umgebung zu sein scheint, denn es gibt offensichtlich keinen freien Parkraum mehr. Hartnäckigkeit und Ideenreichtum zahlen sich aus, so dass die Tour zu den lower und upper falls doch noch angetreten werden kann.

Über den Bow Valley Parkway gelangen wir zum Icefields Parkway, der an atemberaubender Szenerie schwer zu überbieten ist. Beiderseits der Straßen recken sich die Berge in den Himmel und scheinen zum Greifen nah. Prompt zeigt sich der erste Schwarzbär am Straßenrand. Im Dickicht ist er auf der Suche nach Nahrhaftem.

Am Bow Lake, der noch von einer brüchigen Eisschicht bedeckt ist, legen wir einen kurzen Fotostopp ein, bevor wir zum Peyto Lake kommen. Dieser zählt zweifelsfrei zu den Juwelen der kanadischen Rockies. Unter dem Aussichtspunkt liegt das tiefblaue Gewässer in einem Tal der Waputik Range. Von hier oben hat man einen weiten Blick auf den weiteren Verlauf des Icefields Parkways. In weiter Ferne zieht offensichtlich eine Schlechtwetterfront auf. Zu dumm, dass wir in diese Richtung reisen.

Wie vermutet, ändert sich wenige Kilometer nach dem Besuch des Sees die Wetterlage. Nach böigen Windstößen, die das Fahren mit den recht großen Wohnmobilen erschweren, setzt der Regen ein. Dieser verlässt uns am Abend auch nicht so recht, so dass die Lagerfeuerpläne vertagt werden müssen. Das abendliche Treffen findet heute drinnen statt. Wir gehen in der Hoffnung auseinander, dass uns morgen früh die Sonne begrüßt.