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Westkanada & olympische Halbinsel 2017

MacMillan Provincial Park

Chemainus
Victoria

Den ersten Stopp des Tages legen wir am MacMillan Provincial Park ein. Am Cathedral Grove führen zwei kurze Rundwege durch den ältesten Wald Vancouver Islands. Die zum Teil über 800 Jahre alten Bäume sind bis zu 91 Meter hoch und weisen einen Umfang von bis zu 9 Metern aus. Was umfällt, bleibt liegen und bietet neuen Nährboden für nachrückende Pflanzen. So kommt es, dass einige jüngere Bäume auf Stelzen zu stehen scheinen.

Der nächste Halt erfolgt in Chemainus, einst bedeutender Ort für die lokale Holzindustrie. Viel ist davon nicht übriggeblieben, denn der Rohstoff ist begrenzt. Heute versuchen sich die Einwohner im Tourismus: Die Murals (Wandmalereien) ziehen jährlich viele Besucher in das Nest an der Ostküste der Insel.

Eine besondere Empfehlung ist das Willow Street Cafe, wo es gute Hausmannskost gibt. Das Wetter lässt es sogar zu, dass wir unser leckeres Mittagessen auf der gemütlichen Veranda des Lokals einnehmen.

Wenig später treffen wir in Victoria ein. In diesem Jahr stehen wir nördlich des Zentrums, da unser angestammter Platz derzeit renoviert wird. Bis zur Bushaltestelle sind es nur 10 Minuten Fußweg und eine knappe halbe Stunde später hält die Linie 14 in der Innenstadt.

Neben der beschaulichen Atmosphäre wartet die Provinzhauptstadt mit guten Restaurants auf, von denen abends einige getestet werden. Mit dem Bus geht es zurück zum Campground.

Bärenbeobachtung

Tofino
Pacific Rim National Park
Sproat Lake Provincial Park

Um 7:30 Uhr verlassen wir den Campground, denn wir haben einen vielversprechenden Termin. Wir treffen bei Jamie’s Whaling Station in Tofino ein, wo die ersten Aktivurlauber bereits ihre Einweisung zum Kajakfahren erhalten. In der Station holen wir unser Ticket für die gebuchte Bärenbeobachtung ab. Gut, dass wir reserviert haben, denn das Boot ist ausgebucht, so dass Kurzentschlossene heute morgen nicht mehr zum Zug kommen.

Um 8:30 Uhr legt die Stellar Sea ab, um die bei Ebbe nahrungssuchenden Schwarzbären von Vancouver Island aufzuspüren. Auf unserer Fahrt durch die Inselwelt des Clayoquot Sounds erspähen wir die ersten Weißkopfadler, die majestätisch in den Baumspitzen thronen.

Die Bärendichte kann durchaus als inflationär bezeichnet werden (manche sprechen von Herden…); insgesamt sehen wir zwölf ausgewachsene und einen kleinen Bären. Es ist hochinteressant, die zotteligen Vierbeiner bei der Nahrungssuche zu beobachten. Bei Ebbe suchen sie unter den sonst wasserbedeckten Felsen nach Essbarem und werden ständig fündig. Mit spielerischer Leichtigkeit drehen sie die großen Gesteinsbrocken mit der Tatze quasi im Vorbeigehen um und finden darunter schmackhafte Meerestiere. Angesichts der Fülle an Bären auf unserer Tour klicken permanent die Auslöser der mitgeführten Kameras.
Nach drei Stunden kehren wir nach Tofino zurück; als das Boot wieder anlegt, sind an Bord durchweg nur zufriedene Gesichter zu sehen.

Das kleine Touristenörtchen wird im Anschluss noch erkundet, bevor der Pacific Rim National Park mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten auf dem Programm steht. Neben den unfassbar schönen Stränden gehören ein Besuch des Kwisitis Visitor Centres an der Wickaninnish Bay sowie die Regenwaldtouren zum unbedingten Muss eines Aufenthaltes. Im Besucherzentrum gibt es eindrucksvolle Exponate zu bestaunen, die viel über die natürliche und kulturelle Geschichte der Region berichten. Eine eindrucksvolle und mit viel Liebe zum Detail gestaltete Ausstellung der Extraklasse. Die Regenwaldtouren sind bequem über einen aufwendig installierten Trail zu absolvieren, sobald man stolzer Besitzer eines Parkplatzes ist.
Das Aktivitätszentrum Pacific Rim verlassen wir am späten Nachmittag und begeben uns zum Sproat Lake Provincial Park im Inselinneren, denn hier liegt unser nächster Campground.

Bei der Vorstellung des Programms für den kommenden Tag taucht wegen der extrem späten Abfahrtszeit die Frage auf, ob denn wohl was ausfällt. Das ist natürlich nicht der Fall, denn es ist ja schließlich Urlaub…

Abends werden alle noch vorhandenen Fleischvorräte in einer konzertierten Aktion durch Grillen und anschließenden Verzehr vernichtet, denn es besteht ein Einfuhrverbot in die USA. Ein schöner Abend mit einem prasselnden Lagerfeuer (für Holz besteht auch ein Einfuhrverbot), das den Abend gesellig ausklingen lässt.

Shannon Falls

Fähre nach Vancouver Island
Port Alberni
Pacific Rim National Park

Der Tag beginnt mit einem Besuch der 335 Meter hohen Shannon Falls in unmittelbarer Nähe zum Küstenhighway. In mehreren Etagen rauscht das Wasser der dritthöchsten Wasserfälle British Columbias in die Tiefe.

Weil niemand die reservierte Fähre verpassen möchte, reisen wir in trauter Gemeinsamkeit zum Fährterminal an der Horseshoe Bay. Entgegen anderslautender Vermutungen, die immer mal wieder geäußert werden, stimmte auch diese Wegbeschreibung des umfangreichen Tourbuchs, so dass wir überpünktlich am Anleger eintreffen. Um 10:40 Uhr legen wir mit Ziel Nanaimo ab. Ein letzter Blick auf die Silhouette Vancouvers, die im Süden zu erkennen ist, dann haben wir das kanadische Festland endgültig hinter uns gelassen.

Von Nanaimo geht es zunächst nach Port Alberni, um fehlende Lebensmittel in der Bordküche zu ergänzen. Die kurvenreiche Strecke an die Westküste der Insel führt durch wunderschöne Landschaft. Strahlender Sonnenschein trägt zusätzlich zum Reisegenuss bei.

Unser Campground liegt mitten im Pacific Rim National Park und hat seit dem letzten Besuch zahlreiche Verschönerungen erfahren. So stehen wir im verwunschenen Wald ganz komfortabel mit Stromanschluss; die Sanitäreinrichtungen mit großzügigen Duschen sind supermodern ausgestattet, gleichwohl unsere rollenden Ferienwohnungen alles an Bord haben.

Nach dem Abendessen nutzen wir die geniale Lage des Campgrounds und steigen zur Long Beach hinab. Der kilometerlange Sandstrand lädt zu Spaziergängen am Pazifik ein. Den krönenden Tagesabschluss bildet der sehenswerte Sonnenuntergang im Westen, bei dem der obligatorische Sundowner natürlich nicht fehlen darf.

Fraser Canyon

Lillooet
Duffey Lake Road
Sea to Sky-Highway
Pemberton
Nairn Falls
Whistler
Alice Lake Provincial Park

Der erste Fotostopp im nördlichen Fraser Canyon hat es in sich. Die Aussicht ist spektakulär, aber sobald wir die Fahrzeuge verlassen haben, stellt sich heraus, dass der Untergrund aus einer stark haftenden Lehmmasse besteht, die jeden Schritt schwieriger macht. Gleichzeitig erhöht sich das Gewicht der Schuhe um das Zehnfache. Die Masse ist so hartnäckig, dass man sie nicht wieder los wird. Flip Flops erweisen sich für diesen Halt als ausgesprochen unzweckmäßig; auf Socken läuft es sich dann auch nicht besser. Der Aufenthalt fällt länger als erwartet aus, denn mit diesen Schuhen wollen wir dann unter keinen Umständen zurück ins Auto. Da werden am Abend wohl einige Reinigungsaktionen erforderlich werden…

Wir erreichen Lillooet, die ehemalige „Meile 0“ der Cariboo Wagon Road, die in die Goldfelder und nach Barkerville führte. Einst tummelten sich in dem Ort bis zu 15.000 Prospektoren; aktuell leben knapp 2.800 Menschen in Lillooet, der gleichzeitig Ausgangs- bzw. Endpunkt zu Duffey Lake Road und Sea to Sky-Highway ist. Die 100 Kilometer lange Traverse überquert die Coast Mountains und erreicht am Cayoosh Pass mit 1.371 Metern ihren höchsten Punkt. Zahlreiche Kurven und Serpentinen kennzeichnen die anspruchsvolle Gebirgsfahrt.

Am anderen Ende liegt Pemberton, die Kartoffelhauptstadt der Welt. Kurz danach gelangen wir zum Nairn Falls Provincial Park, wo eine Wanderung am Ufer des Green Rivers die Nairn Falls zum Ziel hat.
In Whistler bummeln wir durch den lebhaften Ort, der einen Teil der olympischen Winterspiele 2010 ausgerichtet hat. Viele Plätze im Ortskern erinnern an das Ereignis und die Medaillenträger aus allen Nationen. Wie wir erfahren, wird auf dem ortsnahen Gletscher Snowboard gelaufen, denn zahlreiche Sportler kommen uns mit ihrem Equipment entgegen.

Im Alice Lake Provincial Park, der am heutigen Samstag gut besucht ist, absolvieren wir den Four Lakes Trail, ein 8 Kilometer langer Rundweg, der an und um vier Seen des wasserreichen Parks führt.

Das abendliche Treffen findet in Squamish statt, wo wir auf einem Platz mit Komplettanschlüssen und - welch‘ Freude - WiFi stehen.

Wells Gray Provincial Park

Fishing Highway
Green Lake Provincial Park

Auf der Rückfahrt zum Parkausgang bietet sich die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten des Provincial Parks an. Neben zahlreichen Haltepunkten, wie zum Beispiel Bailey’s Chute und Ray Farm, dürfen natürlich die Helmcken Falls nicht fehlen. Heute geht es bequemer, wenn auch angesichts der wirklich schlechten Straße nicht ganz komfortabel, zum Aussichtspunkt an der Nordseite des Murtle Rivers. Von hier aus hat der Betrachter einen Blick auf den kompletten Wasserfall und die vor zwei Tagen erwanderte Stelle rechts der ins Tal schießenden Wassermassen.

An der als Insidertipp gehandelten Bärenbeobachtungsstelle zeigt sich leider kein zotteliger Parkbewohner, so dass noch Zeit für die Dawson Falls, gerne auch wegen ihrer auffälligen Breite die kleinen Niagarafälle genannt, bleibt.

Von Clearwater aus geht es ein Stück in Richtung Süden, bevor in Little Fort der Highway 24 nach Westen abzweigt. Der sogenannte Fishing Highway führt an über 100 Seen vorbei; ein Paradies für Angler.
Im Green Lake Provincial Park übernachten wir direkt an einem dieser Seen. Die Temperaturen und auch die Moskitodichte haben deutlich nachgelassen.