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Facettenreicher Südwesten 2017

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Navajo National Monument
Monument Valley

Den freien Vormittag nutzen wir auf unterschiedlichste Weise. Von der späten Abreise vom Campground bis zum Erlebnis „Walmart“, die neueste Errungenschaft des 7.000-Seelen-Ortes Page, reichen die Aktivitäten der Teilnehmer.

Gegen Mittag verlassen wir Page und reisen durch die Navajo Indian Reservation zum Navajo National Monument. Es gibt zwei Wege dorthin: den abenteuerlichen über die Indian Route durch das tiefste Hinterland sowie die bequeme, wenn auch etwas weitere Anreise über gut ausgebaute Highways. Beide Varianten werden genutzt, und die einzelnen Fahrzeuge treffen relativ zeitgleich am Monument ein. Die Reiseerfahrungen fallen allerdings sehr unterschiedlich aus.

Über den Sandal Trail, der durch den „Supermarkt der Indianer“ führt, erreichen wir den Aussichtspunkt, von dem aus auf der gegenüberliegenden Seite des Tsegi Canyons die gut erhaltene Felsklippenwohnanlage Betatakin in ihrer ganzen Größe zu erkennen ist. Das dem Monument angeschlossene Visitor Center hält zahlreiche Information zum Leben und Alltag der einst hier lebenden Anasazi-Indianer bereit.

Wir wechseln von Arizona in den Bundesstaat Utah und gelangen zum Monument Valley. Unser Campground befindet sich in exponierter Lage mit freiem Blick auf das weite Tal mit seinen eindrucksvollen Gesteinsformationen. Vom Stellplatz aus können wir beobachten, wie die Sonne im Westen untergeht.

Lower Antelope Canyon

Glen Canyon Dam
Lake Powell

Wir verlassen den Südrand des Grand Canyons in östlicher Richtung und wenden uns anschließend nach Norden. Kurz vor dem Ort Page erreichen wir unser Ziel: den Lower Antelope Canyon. Wir sind für eine Tour durch den Slot Canyon bei Dixie Ellis angemeldet und stellen schon bei der Fahrt auf den gut gefüllten Parkplatz fest, dass eine Reservierung hier Gold wert ist.

Wartezeiten sind trotz Vorausbuchung zu kalkulieren, und nach einer guten Stunde kommt Bewegung in die wartende Menge, als jeweils Gruppen zu 15 Personen gebildet werden, die unter Leitung eines indianischen Guides den Weg zum Eingang der Schlucht antreten. Hier kommt es noch einmal zu einer zwanzigminütigen Wartezeit, bevor der Abstieg in den lower Antelope Canyon beginnt. Über fünf Stahltreppen gelangen die Besucher 35 Meter tiefer auf den Canyonboden.

Das Naturschauspiel ist überwältigend. Vom Wasser glattgeschliffene Sandsteinwände erheben sich in atemberaubend schönen Formen und Farben links und rechts des schmalen Weges. Über acht weitere Treppen führt der Weg wieder nach oben zum Ausgang der Schlucht. Eine einzigartige Exkursion, die nicht umsonst zu den Topattraktionen der Region zählt.

Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir den Glen Canyon Dam, der den Colorado River staut und den 299 Kilometer langen Lake Powell mit einer Uferlänge von insgesamt 3.057 Kilometern bildet. Eine Tour führt in das Innere der Staumauer bis zur Generatorenstation und verrät wissenswerte Details über die Entstehung und die Bedeutung des Staudamms.

Unser vorbildlich angelegter und überaus gepflegter Campground für die Nacht liegt direkt oberhalb des tiefblauen Sees mit seinen steil aufragenden Uferwänden. Anhand der Färbung des Gesteins lässt sich der gigantische Wasserverlust der vergangenen zehn Jahre, nämlich 21 Meter, gut erkennen. Die Beliebtheit des Gebietes ist unter anderem an den unzähligen Booten, die auf dem Wasser ihre Kreise ziehen, und der großen Marina erkennbar.

Sonnenaufgang am Grand Canyon

Rim Trail mit anschließendem Frühstück
South Rim
Desert View

Es ist noch dunkel, als wir den Campground verlassen, um zum Mather Point zu kommen. Hier soll die Sonne an diesem Tag begrüßt werden; sie ist für 6:17 Uhr angekündigt und ausgesprochen pünktlich, was ihr den sinnfreien Applaus einiger Frühaufsteher einbringt.

In Richtung Westen folgen wir dem Rim Trail, der an verschiedenen Aussichtspunkten mit immer neuen Ausblicken vorbeiführt. Der Time Trail ist Bestandteil dieses Weges am Südrand und führt uns durch zwei Milliarden Erdgeschichte, innerhalb derer der Grand Canyon entstanden ist.

Unsere Morgenaktivität endet am El Tovar Hotel, dem ältesten und ersten Haus am Platz. Hier kann die Gelegenheit zu einem exquisiten Frühstück mit Bedienung und Silberbesteck genutzt werden.

Am späten Vormittag setzt der angekündigte Wetterumschwung ein. Blitze zucken durch den dunklen Himmel, und nach einem grollenden Donner entleeren sich die tiefschwarzen Wolken mit enormer Heftigkeit. Unsere Fahrt am Südrand wird von Hagelschauern begleitet, die eine weiße Schicht auf dem Asphalt hinterlassen. Bis zum frühen Nachmittag fällt immer wieder schwerer Regen; es ist sehr windig.

Auf unserem Campground für die Nacht haben erfreulicherweise alle einen Stellplatz ergattert, denn dieser Platz lässt sich nicht im Voraus reservieren.

Womit keiner rechnen konnte: Ab 17:00 Uhr ist am Himmel keine einzige Wolke mehr zu erkennen, so dass wir später zum Watchtower am Desert View starten, um den Sonnenuntergang über dem Grand Canyon zu genießen. Ein optimaler Punkt am östlichsten Ende des Südrandes, denn die Sonne versinkt um 18:43 Uhr im Westen, und der langgestreckte Grand Canyon liegt uns zu Füßen. Eine kurze Wanderung führt zurück zu den „Appartements auf Rädern“, und wenig später umhüllt uns das tiefe Schwarz der Nacht.

Route 66

Williams
Grand Canyon South Rim

Wir starten auf der historischen Route 66 nach Osten. In Hackberry legen wir den ersten Stopp ein, denn die ehemalige Tankstelle, die eigentlich den Ort ausmacht, ist sehenswert. Eine Runde durch den Shop bedeutet fast eine Stunde, und man hat noch lange nicht alles gesehen. Im Backyard stehen zahlreiche Autowracks aus der Blütezeit der „Mutter aller Straßen“.

Seligman, ein weiteres Juwel der Route 66, animiert ebenfalls zu einem längeren Aufenthalt. Hier gibt es mehrere sehenswerte Geschäfte, und in Angel’s Barber Shop werden die Anekdoten vergangener Zeiten erzählt.

Wenig später stecken wir im 6 Meilen langen Stau fest; es geht fast nichts mehr. Was zunächst eine Vollsperrung vermuten lässt, entpuppt sich als Großbaustelle, bei der drei Fahrspuren zu guter Letzt in eine münden. Wäre alles halb so wild, wäre da nicht ein Termin am Grand Canyon…
Also, schnell noch in Williams gestoppt, bei Safeway die wichtigsten Lebensmittel gekauft und weiter geht es mit fliegenden Fahnen nach Tusayan.

Südlich des Grand Canyon National Parks wartet schon der Shuttle-Service, der die Flieger zum Helikopter bringt. Nach einer Videoeinweisung zu den Sicherheitsbestimmungen und Aushändigung der Schwimmwesten (???) klettern die Teilnehmer an Bord des modernen Eco Star Hubschraubers. Mit wirbelnden Rotoren schraubt sich das Fluggerät in die Lüfte und dreht nach Norden ab. Die Exkursion dauert 45 Minuten und übertrifft die Erwartungen um ein Vielfaches.

Anschließend statten wir dem IMAX Theatre einen Besuch ab, um das Erlebnis Grand Canyon in einem spektakulären Film auf der Großbildleinwand zu erleben.

Die ersten Live-Eindrücke lassen sich zum Sonnenuntergang vom Südrand aus sammeln, denn der Campground für die Nacht liegt in fußläufiger Entfernung. Unbeschreiblich sind die Emotionen beim Anblick der gigantischen Schluchtenlandschaft, die zu einem der sieben Weltwunder zählt.

Joshua Tree National Monument

Amboy
Oatman
Kingman

Der zweite Teil der Parkbesichtigung führt zuerst zum Aussichtspunkt Keys View, der 1.580 Meter über dem Meeresspiegel liegt und eine herrliche Sicht nach Süden zu bieten hat. Unter anderem ist der mondäne Ort Palm Springs mit dem 3.302 Meter hohen San Jacinto Mountain erkennbar. Weitere Sehenswürdigkeiten sind Andreasgraben, das Coachella Valley und der 76 Meter unter dem Meeresspiegel liegende Salton Sea, dessen Wasser den Anbau von Dattelpalmen und Zitrusfrüchten mit mehreren Ernten im Jahr ermöglicht.

Im Hidden Valley, einem komplett von Felsformationen umschlossenen Tal, legen wir eine Meile in der Wüstenlandschaft zu Fuß zurück. Die Legende weiß zu berichten, dass dieses Tal früher von Viehdieben genutzt wurde, um ihre Beute zu verstecken. Einige Informationstafeln erklären die intensive und einfallsreiche Nutzung der kargen Pflanzenwelt durch die indianischen Ureinwohner dieser Region.

Durch die kalifornischen Weiten führt unsere Reise nach Amboy, das an der Route 66 gelegen ist. Genau genommen besteht der Ort nur aus Roy’s Cafe, einem Lokal, dessen Glanzzeit zweifelsfrei einige Jahrzehnte zurückliegt. Heute gibt es eine Tankstelle mit den wahrscheinlich höchsten Benzinpreisen im weiten Umkreis, die regelmäßig von Motorradfahrern genutzt wird. Als wir eintreffen, bereitet sich gerade eine Gruppe von 18 Motorradfahrern (natürlich überwiegend auf Harleys) auf die Weiterfahrt durch die sengende Gluthitze vor.

In Oatman haben wir den Bundesstaat gewechselt und schlendern über die Main Street der einstigen Goldgräbergemeinde im immer noch heißen Arizona. Hauptattraktion sind die Burros, Nachfahren der von den Goldgräbern freigelassenen Maultiere. Sie kennen keine Scheu und laufen gelegentlich schon mal durch die Auslagen der Souvenirgeschäfte, die Skurriles und überwiegend Nutzloses anbieten.

Kingman, unser Ziel für die Nacht, erreichen wir nach einer kurvenreichen Fahrt durch die Berge. Hier erwartet uns ein Platz mit sehr individuellem Service und Pool.