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Facettenreicher Südwesten 2017

Bryce Canyon National Park

Cedar Breaks National Monument
Valley of Fire State Park
Las Vegas

Um 07:14 Uhr geht heute die Sonne über dem Bryce Canyon auf, und der beliebte Sunrise Point ist bereits gut gefüllt. Als der Feuerball sich im Osten über den Horizont hebt, ändern sich die Lichtverhältnisse im Canyon sekündlich. Das Farbenspiel wechselt von Augenblick zu Augenblick, und die bizarren Felskegel erstrahlen mitunter in einem satten Rot.

Nachdem wir die Nacht auf einer Höhenlage von knapp 2.400 Metern verbracht haben, setzen wir heute noch einige Meter drauf. Im Cedar Breaks National Monument erreichen wir 3.300 Höhenmeter, und es ist hier oben empfindlich kühl. Auf dem Weg in die luftigen Höhen passieren wir Waldgebiete mit einem farbenprächtigen Indianersommer, denn die zahlreichen Birken leuchten in der Morgensonne gelb und rot.

Im Visitor Center des Monuments bullert der Holzofen, um die Kälte draußen zu halten. Man bereitet sich schon auf den Wintereinbruch vor, worauf verkürzte Öffnungszeiten und schneesicher verpacktes Material hinweisen.

Nach dem erfolgreichen Abstieg aus luftiger Höhe erreichen wir Cedar City und sehen uns mit einer neuen Herausforderung konfrontiert: Es herrscht extrem starker Seitenwind, der den Fahrern die höchste Konzentration abfordert, wollen sie ihr seitenwindempfindliches Gefährt in der Spur halten. Wie sich herausstellt, soll uns diese Wetterkapriole bis Las Vegas dauerhaft begleiten.

Bevor wir die Wüstenstadt erreichen, statten wir dem Valley of Fire State Park noch einen Besuch ab. Mitten aus der eintönigen Landschaft erhebt sich dieses Felsmassiv in schillernden Farben. Durch den Park führt eine kurvenreiche Straße zu mehreren Aussichtspunkten. Dieser Abstecher erweist sich als ideale Alternative zur monotonen Fahrt auf der Interstateverbindung.

Abends lernen wir Sin City, wie Las Vegas wegen seines umfangreichen Angebots gerne genannt wird, auf einem Rundgang näher kennen. Den Megahotels sind zahlreich Center angeschlossen, in denen die ausgefallene Architektur sowie zahlreiche Geschäfte und Galerien zum ausgedehnten Bummel einladen. In den vielen Restaurants mit Küche aller Art findet sich für jeden Geschmack etwas Passendes. Unmöglich, an einem Abend alles für sich zu entdecken, aber morgen ist ja auch noch ein Tag…

Grand Staircase Escalante

Bryce Canyon National Park
Navajo Loop Trail

Wir verlassen den Capitol Reef National Park in westlicher Richtung. Sobald wir auf den Highway 12 abgebogen sind, befinden wir uns auf einem von Utahs Scenic Byways. Die landschaftliche Schönheit des Reiseweges beginnt damit, dass wir uns durch bewaldetes Gebiet auf beachtliche Höhen schrauben.

Schnelle Fahrten sind wegen der zahlreichen Kurven und diverser Rinderherden, die am Straßenrand das beste Futter zu finden scheinen, nicht möglich. Nach dem Anstieg öffnet sich das Gelände, der Wald verschwindet, und wir reisen über den Grand Staircase Escalante. Der Highway verläuft auf dem Höhengrad, und rechts und links der Straße liegen Felslandschaften so weit das Auge reicht. Dieser Abschnitt zählt zweifelsfrei zu den schönsten Panoramastrecken des amerikanischen Westens.

Schon bald erreichen wir unseren Campground für die Nacht, wo wir gegen Mittag einchecken. Die Fahrzeuge bleiben stehen, denn wir nutzen angesichts des sehr beschränkten Parkraums im Bryce Canyon National Park den kostenfreien Bus-Shuttle.

Vom Sunset Point aus starten wir zur Wanderung über den Navajo Loop Trail, der einmal mitten durch die unzähligen Felszinnen ins Tal führt. Immer wieder halten wir an, um die unvorstellbar schönen Formationen in uns und mit der Kamera aufzunehmen. Ein Abstecher bringt uns in den sehenswerten Queens Garden, bevor der steile Anstieg zum Sunrise Point folgt. Von hier aus geht es mit dem Bus zurück zum Campground.

Vor dem Schlafengehen wird noch einmal die Heizung auf ihre einwandfreie Funktion geprüft, denn für die Nacht sind 4° Celsius angesagt.

Capitol Reef National Park

 

Heute steht nur eine kurze Fahrtstrecke auf dem Programm. Dennoch verlassen wir um 09:00 Uhr den Campground, denn der Stellplatz im Capitol Reef National lässt sich nicht im Voraus reservieren und erfreut sich allergrößter Beliebtheit.

Als wir gegen 11:15 Uhr dort eintreffen, steht für das letzte Wohnmobil bereits kein Platz mehr zur Verfügung. Mit einem hilfsbereiten Campground Host und engem Zusammenrücken kann dieses Problem aber erfreulicherweise gelöst werden.

Der Campground liegt inmitten des Capitol Reef National Parks umgeben von üppigem Grün und unzähligen Obstbäumen, deren Früchte auf Wunsch geerntet werden können.

Am frühen Nachmittag starten wir zu einer Wanderung durch den Cohab Canyon, um die atemberaubenden Schönheiten des Parks aus nächster Nähe zu erleben. An den Canyonwänden lässt sich erahnen, mit welcher Urgewalt das Wasser in Millionen von Jahren diese wunderschöne Landschaft geformt hat. Nach etwas mehr als drei Stunden kehren wir zum Campground zurück.

Im nahgelegenen Amphitheater findet am Abend ein Vortrag von Ranger Adam statt. Dieser befasst sich mit dem Thema Slot Canyons und zeigt mit interessanten Bildern Entstehung und Gefahren derselben. Zahlreiche Informationen und Anekdoten tragen zu einer unterhaltsamen Präsentation bei.

Die anschließende Sternenbeobachtung hört sich zwar verlockend an, aber die heimischen Betten üben eine größere Anziehungskraft aus. Auf dem Nachhauseweg stellen wir bei einem Blick nach oben fest, dass der funkelnde Sternenhimmel in einer Intensität strahlt, die wir so nicht kennen.

Einkauf in Moab

Arches National Park
Green River State Park

Wir nutzen die großzügigen Öffnungszeiten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten schamlos aus und decken uns im örtlichen City Market in Moab bereits um 06:15 Uhr mit frischen Lebensmitteln ein.

Zugegebenermaßen ist eine Abfahrt vom Campground im Stockfinsteren kein besonderes Reiseerlebnis, aber das hat heute seine berechtigten Gründe. Mit unseren RV’s sind wir auf den begrenzten Parkraum im Arches National Park angewiesen, und unsere geplante Wanderung zum Delicate Arch ist wegen der niedrigeren Temperaturen idealerweise in den Morgenstunden zu absolvieren.

Die Rechnung geht auf, denn als wir um 07:45 Uhr am Ausgangspunkt der Wanderung eintreffen, steht gerade mal ein Wohnmobil auf den designierten Parkplätzen, so dass wir unsere Fahrzeuge mühelos abstellen können.

Pünktlich um 08:00 Uhr brechen wir auf. Der Wanderweg hat eine Länge von insgesamt 4,8 Kilometern und überwindet 146 Höhenmeter. Zu dieser frühen Stunde herrschen noch angenehme Temperaturen, so dass die Steigung ohne nennenswerte Anstrengung gemeistert wird. Am Ende des Trails liegt das Wahrzeichen des Arches National Park: der Delicate Arch, der sich vor der imposanten Nationalparkkulisse mit einer Höhe von 19,5 Metern und einer Breite von 13,7 Metern präsentiert. Es besteht die Möglichkeit, direkt unter den weltweit berühmten Felsbogen zu gelangen, um ein Erinnerungsfoto zu schießen.

Nach der gemeinsamen Wanderung bleibt noch ausreichend Zeit, um den Park an verschiedenen Aussichtspunkten näher in Augenschein zu nehmen. Die Besucherströme haben stark zugenommen, und freie Parkplätze sind mitunter schwer zu ergattern. Also, auch wenn der Tag früh begonnen hat, haben wir alles richtig gemacht.

Einen Ausgleich bietet der Green River State Park, der nicht weit von Moab entfernt liegt. In diesem wunderschön angelegten Idyll lässt sich der Nachmittag zwischen schattenspendenden Bäumen geruhsam verbringen.

Jeeptour durch das Monument Valley

Goosenecks State Park
Moki Dugway
Natural Bridges National Monument
Moab

Es sind nur ein paar Schritte, und wir können die Sonne im Osten über dem Monument Valley aufgehen sehen. Die Lichtverhältnisse über den Weiten des Indianerlandes ändern sich sekündlich, und wir haben einen Logenplatz.

Wenig später sitzen wir im offenen Jeep, den unser Guide Jameson steuert. Auf dieser Exkursion gelangen wir in Bereiche des Tales, die nur den begleiteten Touren zugänglich sind. Natürlich fehlt es an den Aussichtspunkten nicht an Verkaufsständen, an denen die Navajos ihre Silberkunst und andere Handarbeiten anbieten. Auch neue Geschäftsfelder lernen wir kennen, bei denen die Regeln kurz, präzise und vor allem international verständlich umrissen sind. Zahlungen werden nicht persönlich entgegengenommen; dafür muss ein alter Eimer herhalten. Scheint aber einwandfrei zu funktionieren.

Wir lernen viele Details über die naturverbundene Lebensart der Navajo Indianer sowie die bemerkenswerte Interpretation der Felsformationen des Monument Valleys. Am Beispiel einer Babytrage erklärt Jameson anschaulich, welche tiefere Bedeutung in jedem einzelnen Bauteil eines solchen Tragegestells steckt. Wir sind beeindruckt, denn darüber haben wir uns bisher noch keine Gedanken gemacht.

Hinter Mexican Hat biegen wir nach Norden ab und erreichen den Goosenecks State Park. Hier hat der San Juan River eine fast schon verwirrende Landschaft geschaffen, denn er windet sich in unzähligen Kehren tief unter uns durch das Gestein. Vom Aussichtspunkt, den wir zu einer Mittagspause nutzen, wird deutlich, wie der „Weg des geringsten Widerstandes“ ausschauen kann.

Da wir gut gestärkt die Weiterreise antreten, kann uns auch der legendäre Moki Dugway mit seinen drei Meilen unbefestigter Straße, die in zahlreichen Serpentinen und mit 11%iger Steigung knapp 400 Höhenmeter überwindet, nichts anhaben. Der Blick vom oberen Ende dieser abenteuerlichen Strecke reicht über weite Teile Utahs, Arizonas und New Mexicos und ist mindestens so atemberaubend wie die steile Fahrt durch die monumentale Bergwelt. Diese Herausforderung wird von allen Teilnehmern mit Bravour gemeistert. Nach drei aufregenden Meilen führt der schnurgerade Highway bestens asphaltiert weiter nach Norden, als ob nichts gewesen wäre.

Im Natural Bridges National Monument folgen wir dem neun Meilen langen Rundweg, der uns zu den drei Hauptsehenswürdigkeiten des Parks bringt. Die Sipapu Bridge, eine natürlich entstandene Felsbrücke, schauen wir uns aus der Ferne an, während eine Wanderung über Treppen und Leitern anschließend zur Kachina Bridge führt. Der Trail überwindet 121 Höhenmeter und endet direkt unter der 64 Meter hohen Felsformation. Nach unserer Rückkehr erweist es sich als besonders praktisch, dass die komplett ausgerüstete Wohnung immer mitreist, denn es gibt erst einmal zwei Kannen frisch gebrühten Kaffee, der die Lebensgeister nach dieser Tour wieder weckt. Bevor wir das Monument verlassen, riskieren wir noch einen Blick auf die Owachomo Bridge.

Nach 2,5 Stunden Fahrzeit erreichen wir unseren Campground am Südrand von Moab. Das war ein langer Tag mit sehr unterschiedlichen und abwechslungsreichen Sehenswürdigkeiten. Spektakulär waren alle, so dass der Reisename „Facettenreicher Südwesten“ nachhaltig mit Leben gefüllt wird.