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Facettenreicher Südwesten 2017

Highway 49

Columbia State Historic Park
San Francisco

Der überaus kurvenreiche Highway 49 folgt den Spuren der ersten Goldsucher in Kalifornien und verbindet bekannte Orte, wie zum Beispiel Mariposa, Chinese Camp und Sonora. Alle Orte haben sich einen Teil ihres Wildwestcharmes erhalten und schmiegen sich in die hügelige Landschaft.

In Columbia erreichen wir den State Historic Park, den wir auf einem Rundgang über die Main Street besichtigen. Zahlreiche Geschäfte und Saloons repräsentieren die Blütezeit des Goldrauschs, und im Wells Fargo Office sind viele Details über die Tagesgeschäfte zur damaligen Zeit zu erfahren.

Anschließend erwartet uns eine längere Fahrt an die Westküste mit dem lohnenswerten Ziel San Francisco. Je näher wir der Bay Area kommen, desto dichter wird der mitunter fünfspurige Verkehr. Alle erreichen erleichtert den gebuchten Campground im Süden der Stadt, der gut ausgestattet ist, aber in unmittelbarer Großstadtnähe alle romantischen Attribute vermissen lässt. Dafür funktioniert das WLan bestens…

Am frühen Abend fahren wir mit dem Campgroundbus in die Stadt, werden in Chinatown abgesetzt und spazieren anschließend über den Union Square zur Market Street. Nachdem die Tickets für die Cable Car gelöst sind, fahren wir mit dem rollenden und ratternden Wahrzeichen der Stadt zur Fisherman‘s Wharf. Hier endet die gemeinsame Stadtbesichtigung; die Rückfahrt zum Campground erfolgt mit Bus oder Taxi. Diese pulsierende Stadt verspricht einiges für die kommenden beiden Tage.

Yosemite National Park

Bass Lake

Auch wenn es sich um den ältesten Nationalpark der USA handelt, lassen Organisation und Umgang mit den zahlreichen Besuchern sehr zu wünschen übrig. Wir versuchen dennoch, das Beste aus der Situation zu machen.

Am Morgen brechen wir in Richtung Yosemite Valley auf, wo wir an den Bridalveil Falls den ersten Stopp einlegen. Da in den Bergen bereits der erste Schnee gefallen ist, führt er mehr Wasser als sonst zu dieser Jahreszeit üblich. Wenig später erreichen wir die erste Baustelle, und es stellt sich heraus, dass das ganze Tal eine einzige Großbaustelle mit ausgesprochen mangelhafter Beschilderung ist. Alle Parkplätze wurden verlegt; Hinweise auf die geänderten Möglichkeiten fehlen gänzlich. Nach einigem Hin und Her werden wir an der Yosemite Lodge fündig und entschließen uns, dem Valley Loop zum Visitor Center zu folgen.

Obwohl auch für diesen Weg keinerlei Beschilderung existiert, ist der Einstieg relativ schnell gefunden. Wir erreichen die 739 Meter hohen Yosemite Falls, die sich in zwei Stufen über die steil aufragenden Felsen in die Tiefe stürzen. Nach einer knappen Stunde Fußweg stehen wir am Visitor Center, gerade rechtzeitig, um die informative Ausstellung zu begutachten und anschließend der ersten Videovorführung des Tages beizuwohnen. Es wird ein Film mit interessanten Informationen zu Entstehung und Entwicklung des Nationalparks gezeigt. Sehr lohnenswert!

Am El Capitan legen wir einen weiteren Stopp ein, denn hier sind immer waghalsige Seilschaften in der 1.095 Meter steil aufragenden Felswand zu erkennen. So ist es auch heute. Nach einer intensiven Suche können wir die bunten Punkte auf den verschiedenen Simsen auf dem Weg nach oben erspähen.

Der Glacier Point verspricht eine grandiose Aussicht auf das Yosemite Valley und den Half Dome. Voller Vorfreude treten wir die kurvenreiche Fahrt auf der insgesamt 13 Meilen langen Sackgasse an. Nach 5 Meilen werden wir jäh gestoppt und erfahren von einer Park Rangerin, dass die Wartezeit auf einen freien Parkplatz am noch 8 Meilen entfernten Aussichtspunkt aktuell zwischen 30 und 90 Minuten liegt. Unzählige Pkw warten bereits in Dreierreihe auf eine entsprechende Vakanz. Also treten wir den Rückweg an, nicht ohne zu fragen, aus welchem Grund auf diese Situation nicht bereits am Abzweig zur Glacier Road hingewiesen wird. Die Rangerin merkt an, dass ihr das auch lieber wäre, was uns allerdings nicht wirklich hilft.

Mariposa Grove ist bis auf Weiteres wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen; die Schließung war jedoch bei der gestrigen Einfahrt in den Park bereits angekündigt worden.

Dementsprechend früh kommen wir bei strahlendem Sonnenschein auf unserem Campground am Bass Lake an. Das Erlebnis Yosemite war ein sehr lückenhaftes; die Erwartungen haben sich in diesem Nationalpark nicht erfüllt. Gegebenenfalls sollte der National Park Service einmal darüber nachdenken, die tägliche Besucherzahl zu limitieren, um Enttäuschungen bei den Gästen aus aller Welt zu vermeiden.

Ein gemeinsames Lagerfeuer trägt zur Frustbewältigung bei, kann allerdings die am Abend stark fallenden Temperaturen nur bedingt kompensieren.

June Lake Loop

Mono Lake Tufa State Reserve
Tioga Road
Yosemite National Park

Parallel zur Sierra Nevada reisen wir auf deren Ostseite nach Norden. In Bishop frischen wir im örtlichen Supermarkt unsere Vorräte auf und erreichen wenig später den June Lake Loop. Bewaldete Anhöhen umschließen dieses Juwel, und der lohnenswerte Abstecher vom Highway führt durch charmante Ortschaften mit wirklich sehenswerten Häusern.

Am Mono Lake bewundern wir das Tuffgestein, das aus dem Wasser wächst. Millionen kleiner Fliegen belagern die sehr morastigen Seeufer.

Auf der Tioga Road klettern unsere Fahrzeuge auf stattliche 3.030 Meter; die Straßenränder am Pass sind schneegesäumt. Hier ist der Winter definitiv nicht mehr weit entfernt. Eigentlich mindestens drei Wochen zu früh, aber wir sind froh, keinen meilenträchtigen Umweg in Kauf nehmen zu müssen. Auf unserer Fahrt in das Yosemite Valley liegen zahlreiche Fotostopps, unter anderem der Tenaya Lake, der in der Sonne funkelt, sowie der Olmsted Point mit einem Panoramablick über die Bergwelt aus Granitfelsen, die so typisch für den Yosemite National Park ist.

In zahlreichen Kurven schlängelt sich die Tioga Road ins Tal, wo auch unser Campground für die Nacht liegt. Auf dem recht großen Gelände liegen die einzelnen Stellplätze weit auseinander, so dass mitunter kurzerhand die Anreise mit dem Wohnmobil zum abendlichen Treffen entschieden wird.

Las Vegas

Death Valley National Park
Whitney Portal Road

Nach zwei Tagen knallbunter Abwechslung verlassen wir Las Vegas in südlicher Richtung, natürlich nicht, ohne an dem berühmten Zeichen einen Fotostopp einzulegen. Auch zu dieser frühen Stunde, es ist gerade 08:15 Uhr, herrscht hier bereits reger Betrieb.

Schon nach kurzer Zeit reisen wir durch spärlich bis überhaupt nicht besiedelte Wüstengebiete; von den Superlativen der Glitzermetropole Nevadas ist nichts mehr zu spüren. Unsere Mittagspause verbringen wir im kalifornischen Death Valley auf Meereshöhe bei angenehmen und für diese Region untypischen 29° Celsius. Über die Panamint Mountains verlassen wir die unwirtliche Gegend und halten es am Father Crowley Vista Point wie die ersten Siedler nach ihrer erfolgreichen Durchquerung dieses Landstrichs: Wir drehen uns um, blicken auf die imposante Bergkulisse und das Tal des Todes zurück und formulieren in Gedanken „Good bye Death Valley!“

Unser nächstes Ziel ist die Sierra Nevada, wo wir unterhalb des 4.418 Meter hohen Mount Whitney auf einem wunderschön gelegenen Campground übernachten. Die nicht ganz ebenen Stellplätze erfordern einige Rangier- und Ausrichtungskünste, aber letzten Endes sind alle Fahrzeuge gut positioniert.

Die Temperaturen sind auf einer Höhenlage von knapp 1.900 Metern stark gefallen, und auch ein in Gang gesetztes Lagerfeuer sorgt nur für kurze Geselligkeit, denn in den Wohnmobilen ist es dank Gasheizung deutlich besser auszuhalten.

Las Vegas

 

Ein ganzer Tag in der glitzernden und klimatisierten Wüstenmetropole bietet unzählige Gestaltungsmöglichkeiten.

Um kurz nach acht trifft Antonio von Road Bear RV ein und arbeitet an den einzelnen Fahrzeugen die Liste mit kleineren Problemen (Schubladen, die sich während der Fahrt öffnen, undichte Spülen etc.) ab, die zuvor per E-Mail an den Vermieter gesandt wurde. Ein toller Service, der für die Qualität und Kundenorientierung von Road Bear RV spricht.

Ein Besuch im Neon Museum bedeutet gleichzeitig eine Zeitreise durch die Geschichte der 1905 gegründeten Stadt Las Vegas. Leuchtreklamen vergangener Zeiten und längst geschlossener Casinos haben hier im Boneyard ihren letzten Platz gefunden. Die Guides des Museums wissen eine Menge interessanter Geschichten zu erzählen.

Neben sehr guten Shoppingangeboten in den Premium Outlets locken natürlich die Hotels und Casinos am Las Vegas Boulevard, kurz „Strip“ genannt. Am besten lässt sich die Vielfalt vom Süden aus aufrollen. Sehenswert sind hier zum Beispiel Resorts wie Mandalay Bay, Luxor und New York - New York, über dessen „Skyline“ eine Achterbahn in atemberaubender Geschwindigkeit rattert. Besonderes Interesse weckt das Venetian mit seinen Grand Canal Shoppes und zahlreichen Restaurants. Am italienischen Himmel geht alle dreißig Minuten die Sonne unter, und auf dem Markusplatz herrscht buntes Treiben. Wem das nicht reicht, der kann sich mit der Gondel - gegen fürstliche Bezahlung, versteht sich - durch das Hotelinnere schippern lassen.

Auf dem Rückweg zu unserem Campground schauen wir uns noch das Wynn und dessen Erweiterung, das dekadente Encore mit Beach Club an. Angesichts der Aufmachung und immer neuer Gestaltungsideen kommen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Nach der Sinnhaftigkeit dieser Stadt darf man nicht forschen, aber eine tolle Abwechslung ist es schon.

Nach mehreren Kilometern Erkundungsmarsch fallen wir am Abend erschöpft in die Betten.